Lobbyisten für die Bienen: «BienenSchweiz» trifft sich in Flawil

An der Delegiertenversammlung von «BienenSchweiz», dem Imkerverband der deutschen und rätoromanischen Schweiz, wurde bekräftigt, den Weg einer offensiveren Strategie einzuschlagen.

Kathrin Meier-Gross
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Zentralpräsident Mathias Götti Limacher (rechts) leitete kompetent durch die Delegiertenversammlung von BienenSchweiz. Bild: Kathrin Meier-Gross

Zentralpräsident Mathias Götti Limacher (rechts) leitete kompetent durch die Delegiertenversammlung von BienenSchweiz. Bild: Kathrin Meier-Gross

199 Stimmberechtigte sowie zahlreiche Gäste trafen sich am Samstag im frühlingshaft geschmückten Lindensaal zur 141. Delegiertenversammlung. Organisiert worden war der Anlass vom Bienenzüchterverein Untertoggenburg. Dessen Präsident, Urs Lenz, beschrieb die Faszination für die Imkerei mit einem Zitat von Gerhard Liebig:

«Die vielen kleinen Wunder, die im Bienenvolk stecken, werden oft durch die neugierigen Fragen eines Besuchers wieder bewusst gemacht.»

Lenz spielte damit auf eine wichtige Aufgabe der Imker an: Kindern und Erwachsenen das Leben der Bienen näherbringen und die Bedeutung eines intakten Ökosystems vermitteln.

Am gleichen Strick ziehen

Nationalrat und Bauernverbandspräsident Markus Ritter sprach vom Insektensterben und davon, dass die Forschung verstärkt werden müsse. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten reduziert werden, da sie für Bienen sehr kritisch seien. Schliesslich müssten alle am gleichen Strick ziehen und den Antibiotikaeinsatz sowohl in der Landwirtschaft wie auch in der menschlichen Anwendung reduzieren. Die Biodiversität gelte es zu verbessern und zu vernetzen. Regierungsrat Beni Würth erwähnte lobend den ökologischen Mehrwert, den die Imker mit ihrem freiwilligen Engagement schaffen. Politik und Landwirtschaft müssten gemeinsam Lösungen suchen. So seien beispielsweise Fachstellen geschaffen worden, welche die Biodiversität fördern würden.

Im landwirtschaftlichen Zentrum Salez würden Versuche unternommen, den Pflanzenschutz mit technischen Möglichkeiten zu optimieren. In seinem Grusswort stellte Gemeindepräsident Elmar Metzger «sein» Dorf humorvoll mit einer Powerpoint-Präsentation vor. BienenSchweiz-Zentralpräsident Mathias Götti Limacher erinnerte an den Imkerkongress in Amriswil, der bei den Medien auf grosses Interesse gestossen war. «Ein erster Schritt zur strategischen Weiterentwicklung.»

Gemäss einer Umfrage hat sich die Mehrheit der befragten BienenSchweiz-Mitglieder für eine offensivere Strategie ausgesprochen. Götti betonte, dass der Ausbau schrittweise und überlegt angegangen und die Basis miteinbezogen werden solle.

Varroamilbe als Knackpunkt

Vorausgesetzt sei auch zukünftig die finanzielle und ideelle Unabhängigkeit. Allfällige Partner müssten gleiche Werte teilen. Die Ausbildungsunterlagen sollten aktuell bleiben, für Forschung und Entwicklung genügend Mittel aufgewendet werden. Götti fügte an, dass demnächst ein neues Bienenbuch erscheine. Die Stimmberechtigten sprachen sich grossmehrheitlich für die angekündigten Zielsetzungen und Massnahmen zur Strategie aus. Einstimmig genehmigt worden waren die übrigen Traktanden.

Wichtigste Einnahmequellen sind die «Schweizerische Bienen-Zeitung» und der Shop. Ein dickes Lob sprach Götti dem OK-Präsidenten Hans Züst aus, der für den tadellosen Ablauf der Veranstaltung verantwortlich war. Nach dem Mittagessen und dem Auftritt des Freizytchörlis Gossau-Flawil referierte Ruedi Ritter in einem öffentlichen Vortrag über die Herausforderung der Varroa-Strategie. Die in den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts eingeschleppte Varroamilbe ist ein herausfordernder Knackpunkt geblieben. Am 20. Mai ist Weltbienentag. Eine Gelegenheit, über die kleinen Helfer zu berichten, die für die Ernährung der Menschen von grosser Bedeutung sind.