Unwetter löst Kritik aus

Im Weiler Schwendi bei Mels üben die Bewohner Kritik an der Gemeinde. Der Grund: Zum zweitenmal innerhalb eines Jahres wurde das Gebiet von einem Unwetter verwüstet.

Jerry Gadient
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Der Mülibach trat über seine Ufer und transportierte Schlamm durch den Weiler Schwendi. (Bild: Jerry Gadient)

Der Mülibach trat über seine Ufer und transportierte Schlamm durch den Weiler Schwendi. (Bild: Jerry Gadient)

SCHWENDI. Fünf Liegenschaften und einige kleinere Ökonomiegebäude sind am Mittwoch von Schlamm und Geröll aus dem über die Ufer getretenen Mülibach überschwemmt worden. Gemäss Thomas Bärtsch, dem Kommandanten der Feuerwehr Pizol, waren wieder die gleichen Gebäude betroffen wie am 9. August 2015, als der Mülibach ebenfalls aus seinem Bett ausgebrochen war. Glücklicherweise kamen bei beiden Ereignissen keine Menschen zu Schaden.

Viele Fische haben überlebt

Hart getroffen wurde erneut die Forellenzucht Schwendi mit ihrem angegliederten Restaurant. Dort war man nach dem Unwetter vom vergangenen Jahr während sieben Monaten mit Aufräum- und Wiederherstellungsarbeiten beschäftigt. Gemäss Wirt Meinrad Gmür belief sich die Schadensumme auf total rund 400 000 Franken.

Vorgestern wurde der Betrieb ein weiteres Mal arg in Mitleidenschaft gezogen. Das Restaurant wird mitten in der Hauptsaison vorläufig nicht mehr betrieben werden. Auch der aussen liegende Teich, in dem Gäste fischen konnten, ist wieder verschlammt worden. Die darin gehaltenen Forellen sind wohl verendet. In der Fischzucht selbst habe der grössere Teil der Fische aber wohl überlebt, sagt Wirt Gmür.

Nicht nur bei den Direktbetroffenen kam bereits am Mittwoch Kritik an der Gemeinde auf. Diese habe es versäumt, nach dem letztjährigen Ereignis Massnahmen zu ergreifen. Armin Bärtsch, im Melser Gemeinderat zuständig für das Ressort Bau und Verkehr, entgegnete, das Flussbett sei noch vergangenes Jahr erweitert worden, um grössere Wassermassen schlucken zu können.

Bald Entscheid über Variante

Der Gemeinderat plädierte gestern an einer Pressekonferenz auf Verständnis dafür, dass noch keine wirksamen Massnahmen hätten ergriffen werden können. Unmittelbar nach dem Unwetter 2015 sei eine Massnahmenplanung angegangen worden. Am 16. August wird über eine mögliche Variante entschieden. Kommt diese zum Zug, könnte Ende 2017 mit der Umsetzung begonnen werden. Gemeindepräsident Guido Fischer betonte, dass mit den Massnahmen ein ganzer Ortsteil und nicht Einzelobjekte geschützt werden sollen. Einzubeziehen sei der Kanton, damit ein bewilligungsfähiges Projekt entwickelt und damit auch die Finanzierung sichergestellt werden könne.

Das Unwetter in Schwendi ist nicht das einzige Naturereignis, das in der Gemeinde Mels in diesem Jahr zu bewältigen war. Momentan arbeitet die Gemeinde an sieben Hochwasserschutzprojekten.