Fast alle Toggenburger Schulabgänger haben eine Anschlusslösung

Wer diesen Sommer die Schule verlässt, weiss mit grosser Wahrscheinlichkeit, was er nach den Sommerferien macht. 19 von 504 Jugendliche sind jedoch noch auf der Suche.

Ruben Schönenberger
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Wer zum Beispiel Augenoptiker lernt, ist in engem Kontakt mit der Kundschaft. Hier wird ein Sehtest durchgeführt.Bild: Gaëtan Bally/Keystone. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Wer zum Beispiel Augenoptiker lernt, ist in engem Kontakt mit der Kundschaft. Hier wird ein Sehtest durchgeführt.Bild: Gaëtan Bally/Keystone. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Der 5. Juli ist rot im Kalender angestrichen. Dann ist für 504 Toggenburger Schulabgängerinnen und Schulabgänger die obligatorische Schulzeit oder ein daran anschliessendes Brückenangebot zu Ende.

Nur 19 von ihnen haben noch keine Anschlusslösung gefunden, wie die Schulabgängerumfrage zeigt, die vom Amt für Berufsbildung des Kantons St.Gallen zusammen mit der Fachstelle für Statistik Ende Mai durchgeführt wurde. Damit sind 3,8 Prozent der Abgängerinnen und Abgänger noch auf der Suche nach einer Lehrstelle oder einem anderen Angebot.

Brückenangebote oder private Lösungen

96,2 Prozent oder 485 Schülerinnen und Schüler wissen also, wohin sie ihr Weg nach den Sommerferien führt. Für den Grossteil wird das der neue Lehrbetrieb sein. Vier von fünf Schulabgängerinnen oder Schulabgängern lassen sich in einem Betrieb ausbilden (in absoluten Zahlen: 405).

Für 29 Schülerinnen und Schüler führt der Weg an eine weiterführende Schule. Hier sind jene Schülerinnen und Schüler, die schon vor Ende des neunten Schuljahres an eine weiterführende Schule wechseln, nicht mitgezählt. 48 Schülerinnen und Schüler nehmen ein staatliches Brückenangebot oder eine private Lösung in Anspruch, drei reisen aus oder gehen einer anderen Tätigkeit nach.

Im Vergleich mit dem ganzen Kanton St.Gallen zeigt sich, dass im Wahlkreis Toggenburg weniger Schülerinnen und Schüler noch auf der Suche sind (3,8 zu 5,6 Prozent). Der Anteil der Abgängerinnen und Abgänger, die an eine weiterführende Schule gehen, ist im Kanton höher (8,9 zu 5,8 Prozent), umgekehrt ist das Bild bei den Lehrstellen (72,8 zu 80,4 Prozent).

1674 offene Lehrstellen im ganzen Kanton

Auch für jene, die noch auf der Suche sind, gibt es Hoffnung. Kantonsweit stehen den 268 Jugendlichen ohne Anschlusslösung 1674 offen gemeldete Lehrstellen gegenüber. Die Erfahrung zeigt gemäss Mitteilung des Kantons St.Gallen, dass etwa zwei Drittel der Ende Mai noch vor einer unsicheren Zukunft stehenden Abgängerinnen und Abgänger bis zum Ende des Schuljahres eine Lösung finden.

Überfordert mit der Auswahl eines Lehrberufes

Auch im Toggenburg sind noch viele Lehrstellen zu haben. Auf der Plattform www.berufsberatung.ch finden sich beispielsweise alleine innerhalb eines 10-Kilometer-Radius um die Zentrumsgemeinde Wattwil derzeit noch knapp 100 offene Lehrstellen.

So auch bei der Firma Augenoptik Ott aus Wattwil, die eine Ausbildung zum Augenoptiker beziehungsweise zur Augenoptikerin anbietet. Geschäftsleiter Dieter Ott bestätigt, dass es aktuell schwierig sei, Lernende zu finden. Eigentlich würden sie alle zwei Jahre einen Lehrling ausbilden. «Früher hatten wir jeweils drei bis vier valable Bewerberinnen oder Bewerber», sagt er. In diesem Jahr geht er aber nicht mehr davon aus, noch jemanden zu finden.

«Das Interesse der Jugendlichen ist zwar auch dieses Jahr gross, gepasst hat es bisher aber nicht», sagt Ott. Er habe den Eindruck, dass die angehenden Berufsleute fast ein wenig überfordert seien mit der Auswahl eines Lehrberufs. «Wir merken das während der Schnuppertage, die wir anbieten.»