Thurgau
Vor Bundesgericht abgeblitzt: Autoposer mag seine Beschwerde nicht begründen

Ein Porschefahrer machte zu viel Lärm. Er übersah Fussgänger auf einem Fussgängerstreifen und überholte auf der Autobahn rechts. Er zog seinen Fall bis vors Bundesgericht. Dabei machte er sich nicht die Mühe zu erklären, weshalb seine Verurteilung nicht korrekt sein soll.

Thomas Wunderlin
Drucken
Beliebt bei Autoposern: Porsche Cayenne.

Beliebt bei Autoposern: Porsche Cayenne.

Filip Singer/EPA

Der Fahrer eines Porsche Cayenne machte zu viel Lärm, was ein Polizist hörte. Das Thurgauer Obergericht verurteilte ihn zu einer unbedingten Geldstrafe von 65 Tagessätzen zu 120 Franken und einer Busse von 300 Franken.

Gemäss Urteil des Bundesgerichts, das die Beschwerde des Fahrers abgewiesen hat, ist der Vorfall vom 18. April 2020 von der Vorinstanz schlüssig und glaubhaft erstellt worden, unter anderem unter Würdigung von Indizien wie «die in das Einzugsgebiet der sogenannten Poser-Szene fallende Örtlichkeit» (6B_937/2022).

Der Beschwerdeführer lege mit keinem Wort dar, weshalb das menschliche Gehör per se nicht geeignet sein soll, Motorengeräusche als «vermeidbar» zu qualifizieren und «gerichtsfest zu beweisen».

Beschwerdeführer verzichtet auf Begründung

Die Verurteilung erfolgte auch wegen weiterer Vorfälle und des Widerrufs einer bedingten Strafe. Am 9. April 2020 hatte der Porschefahrer am Handschuhfach hantiert und den Vortritt zweier Fussgänger auf einem Fussgängerstreifen missachtet.

Der Beschwerdeführer bringt laut Bundesgericht nur den pauschalen Einwand vor, die Aussagen der Fussgänger seien «unglaubwürdig, ja sie widersprechen der elementarsten Physik». Damit könne er eine Rechtsverletzung nicht genügend dartun:

«Es ist nicht am Bundesgericht, in den Akten nach für den Standpunkt des Rechtssuchenden sprechenden Hinweisen zu suchen.»

Am 27. Mai 2020 überfuhr der Autofahrer mit einem beschädigten Nissan eine Sicherheitslinie und überholte mehrere Fahrzeuge auf der Autobahn rechts. Hier, heisst es im Urteil, «verzichtet der Beschwerdeführer schliesslich gänzlich auf eine Begründung seiner Rüge».