Wahlen
Tiefe Steuern und eine gute Kommunikation – Lommiser Gemeindepräsidiumskandidierende stellen sich vor

Die Gemeinde Lommis wählt Ende November einen neuen Gemeindepräsidenten oder eine neue Gemeindepräsidentin. Am Gemeindepodium haben sich die beiden Kandidierenden dem Publikum vorgestellt.

Francesca Stemer
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Thomas Engel, Natascha Kurmann, Regina Schmid und Jean-Claude Klein.

Thomas Engel, Natascha Kurmann, Regina Schmid und Jean-Claude Klein.

Bild: Francesca Stemer

Kurz vor halb acht kommen die letzten Besucherinnen und Besucher durch die Türe der Mehrzweckhalle in Lommis. Der Saal ist gut gefüllt, rund 100 Bürgerinnen und Bürger warten auf die Vorstellung ihrer beiden Gemeindepräsidiumskandidierenden.

Nach einigen Mikrofontests startet Jean-Claude Klein, Moderator des Podiums und Teil der Findungskommission. Diese Kommission arbeitete seit Sommer 2021 daran, eine geeignete Nachfolgelösung für den aktuellen Gemeindepräsidenten Fritz Locher zu finden. Locher ist seit 22 Jahren im Amt tätig, dieses gibt er Ende Mai 2023 ab.

So arbeitete die Findungskommission unter anderem daran, einen geeigneten Stellenbeschrieb zu erarbeiten, analysierte Bewerbungen und führte Bewerbungsgespräche durch. Dabei, so hebt Klein hervor, unterschied sich der Bewerbungsweg der Kandidierenden.

Hauptsache eine attraktive Gemeinde

In der Zwischenzeit steht Gemeindepräsidentenkandidat Thomas Engel rechts von Klein an einem Stehtisch, seine Kontrahentin Regina Schmid auf der gegenüberliegenden Seite. Dabei merkt Klein an, dass Engel den Weg über die Findungskommision wählte, Schmid nicht. Was wohl am Eingangszeitpunkt der Bewerbung gelegen habe. Auf diesen geht der Moderator im anschliessenden rund 25-minütigen Gespräch auch gleich ein.

Schmid ist im Lauchetal aufgewachsen und Mitglied der SVP Wängi-Lommis. Ihr ist es mit ihrer Kandidatur wichtig, den Bürgerinnen und Bürgern eine Auswahl bieten zu können. Nicht zuletzt seien Personen aus der Bevölkerung auf die Schätzungsexpertin und Präsidentin der evangelischen Kirchgemeinde zugekommen und hätten ihr empfohlen, sich für das Amt zur Verfügung zu stellen.

Engel fasste diesen Entscheid schon früher. So konnte sich der ursprüngliche Berner und vierfache Familienvater am 1. August der Gemeinde vorstellen. Bis anhin habe er auch nur positives Feedback auf seine Kandidatur erhalten. Er betont, seine Kandidatur habe er sich gut überlegt, denn als selbstständiger Unternehmer stellte sich ihm die Frage, ob genügend Zeit für das Amt bleibe. Wobei der 42-Jährige zum Schluss kam, dass dies gut machbar sei und er zwei Tage vor Ort, im Gemeindehaus anwesend sein könne.

Die Kandidierenden stellen sich den Fragen aus der Bevölkerung.

Die Kandidierenden stellen sich den Fragen aus der Bevölkerung.

Bild: Francesca Stemer

Diesen Standpunkt vertritt auch Schmid. Die 39-Jährige könnte nebst ihrer Arbeit zwei Tage im Gemeindehaus tätig sein. Dabei merkt sie an, dass dementsprechend eine gute Kommunikation notwendig, diese aber auch eine ihrer Stärken sei. Weiter hebt sie den Umgang mit den verschiedenen Menschen sowie ihrer Verwurzlung mit der Gemeinde hervor.

Engel wohnt seit 2014 in der Gemeinde und ist parteilos, er betont, dass er das Ländliche sehr schätze und dass seine Kinder hier mit den Gummistiefeln zur Schule gehen können. Er beschreibt sich als eine offene, zugängliche und lösungsorientierte Person.

Weiter sind sich beide Kandidierende einig, die Gemeinde soll weiterhin für Unternehmen und Einwohnerinnen und Einwohner attraktiv bleiben. Dabei soll vor allem der Steuerfuss trotz der aktuell schwierigen Lage tief bleiben. Schmid merkt an:

«Wichtig ist, nicht plötzlich alles über den Haufen zu werfen. Konstantes hat sich in der Gemeinde bewährt.»

Auf die anschliessende Frage des Moderators, wie die ersten 100 Tage im Amt wären, ist für beide Kandidierende klar, dass zuerst ein entsprechender Austausch mit den Mitarbeitenden der Gemeinde sowie die Einarbeitung in die Dossiers im Vordergrund stehen. Engel sagt:

«Am Anfang fasst es ‹luege, lose und denn erst laufe› wohl ganz gut zusammen.»

Windräder und ein grösseres Angebot

Klein eröffnet anschliessend die Fragerunde. Dabei möchte ein Anwesender wissen, wie die Kandidierenden zu Windrädern stehen. Schmid erklärt, dass sie eher auf Photovoltaikanlagen setzen würde. Engel meint, dass er dies zuerst mit dem Gemeinderat besprechen müsse, persönlich sei er aber kein Spezialist, um diese Frage abschliessend beantworten zu können.

Auf die darauffolgende Frage, wie die Kandidierenden die Gemeinde für junge Personen attraktiver gestalten würden, meint Schmid, ob Junge denn bereit wären, sich für beispielsweise ein Vereinsleben zu verpflichten. «Aber ich denke, ein Austausch und die Abklärung der Bedürfnisse wäre vorerst der richtige Schritt.» Engel stellt eine Gegenfrage: «Macht ihr denn mit?» Er merkt aber an, dass wenn man an Festen wie dem Kürbis- oder Beerifäscht mitmache, sicher auch weitere Projekte umgesetzt werden könnten.

Nach dem anschliessenden Applaus konnten sich die Kandidierenden hinsetzen und neben Klein stellt sich Natascha Kurmann, sie kandidiert als Gemeinderätin.

Transparenz und ein Miteinander

Andreas Brändle, Karl Stadler und Sven Volk stellen sich für eine weitere Legislatur im Gemeinderat zur Verfügung. Josef Schönenberger, unter anderem für Kultur und Freizeit verantwortlich, teilte im Frühjahr mit, zum Ende der Amtsperiode aus dem Gemeinderat ausscheiden zu wollen. Er ist seit 2011 ein Teil des Gremiums.

In seine Fussstapfen könnte nun Kurmann treten. Die 35-Jährige ist zweifache Mama und leitet eine Abteilung bei einer Versicherung. Sie wohnt seit acht Jahren in der Gemeinde. Dabei liege ihr besonders die Gemeinschaft, Transparenz und das Miteinander am Herzen. «Ich fühle mich sehr wohl in Lommis», so Kurmann und fährt fort:

«Und ich bin mir sicher, als Frau andere Stärken in den Gemeinderat miteinfliessen zu lassen.»

Klein nickt und wendet sich an sein Publikum: «Gibt es noch Fragen? Wenn nicht, dann steht der Apéro bereit.» Klein merkt später an, dass der Apéro den Teilnehmenden nochmals eine gute Möglichkeit für einen persönlichen Austausch mit den Kandidierenden ermögliche und den Bürgerinnen und Bürgern von Lommis helfen könne, eine Entscheidung zu fällen, wen sie am 27. November als ihren neuen Gemeindepräsidenten oder Gemeindepräsidentin wählen möchten.