Frauenfeld
Ein Chlaussäckli für Sprüchli gibt’s am Plexiglas

In der Altstadt sorgen Samichlaus und Schmutzli vor dem «La Trouvaille» für eine Bescherung. Darüber staunen nicht nur die Kleinen.

Andreas Taverner
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Chlaus Christian Wälchli, mit seinem Sohn Lukas, der als Schmutzli amtet.

Chlaus Christian Wälchli, mit seinem Sohn Lukas, der als Schmutzli amtet.

Bild: Andreas Taverner

«Schau, ist das dort drüben nicht der Samichlaus?», fragt eine Passantin ihre Begleitung mit ungläubiger Stimme. Sie hat richtig gesehen: An der Zürcherstrasse 172, beim «La Trouvaille» haben Samichlaus und Schmutzli am Samstag ihren Stand aufgeschlagen. Als Chlaus tritt Christian Wälchli auf, welcher auch noch am 6. Dezember Geburtstag hat, mit seinem Sohn Lukas, in der Rolle des Knechts Ruprecht.

Schon sitzt auf dem Schlitten das erste Geschwisterpaar: Leevi und Mailin aus Thundorf. Nachdem sie nach einem Samichlausspruch gefragt haben, wird den beiden Herren das «Santi Niggi Näggi»-Sprüchlein vorgetragen. Sie sollten es an diesem Nachmittag noch mehrmals zu hören bekommen. Es ist scheinbar das einzige, an das sich Jung und Alt noch einigermassen erinnern können.

Die erste Begegnung mit einem Chlaus

Auf die Frage nach einem Wunsch kommt Malins Antwort wie aus der Pistole geschossen:

«Einen Hund!»

Obwohl die kleine Lena, als sie ein Sprüchlein zum Besten geben soll, dieses soeben vergessen hat, bekommt auch sie nebst einem Chlaussäckli eine grosse Mandarine.

Der zweieinhalbjährige Lennox sieht erstmals einen Samichlaus. Zwar muss dieser wegen der diversen coronabedingten Vorschriften sitzen bleiben, und auch das Säckli wird unter einer Plexiglasabdeckung durchgereicht, doch der Kleine ist sichtlich interessiert. Seine Mutter Jessica findet es toll, was der Samichlaus und sein Gehilfe machen. Christian Wälchli bemerkt nach knapp 30 Minuten:

«Wir hatten bereits sechs Kinder hier, das ist super. Und mit Lennox konnte ein Junge erstmals mit einem Chlaus Bekanntschaft machen.»

Standhaft bleibt der sechsjährige Ayaz. Er verrät seinen Wunsch nicht. Macht nichts, auch er erhält sein Säckli.

Aus Volketswil hergekommen

So geht das muntere Treiben in der Altstadt weiter, bis eine Familie aus Volketswil am Stand steht. Leonidas und Paris getrauen sich, auf dem mit Fell überzogenen Schlitten Platz zu nehmen. Beide meistern souverän ihren Auftritt vor dem Samichlaus. Ihr Vater erklärt den langen Weg damit, dass sie die Stadt Frauenfeld genauer kennenlernen wollten. Anschliessend soll es zum Restaurant Stählibuck gehen, um die dortigen Rentiere zu besuchen.

Paris und Leonidas haben für ihren Auftritt vor Chlaus und Schmutzli je ein Säckli erhalten.

Paris und Leonidas haben für ihren Auftritt vor Chlaus und Schmutzli je ein Säckli erhalten.

Bild: Andreas Taverner

Die Fussgänger staunen, dass sie auf den Chlaus treffen. Gross Werbung wurde nicht gemacht, aber Initiantin Brigitte Bianchi vom «La Trouvaille» meint dazu:

«Es muss sein, dass wenigstens einmal der Chlaus kommt.»

Sagt es, eilt davon, um kurz darauf mit einem Harass gefüllt mit Chlaussäckli wieder zu kommen. «In gut zwei Stunden haben wir über 40 Kinder bei uns begrüssen und beglücken können», stellt Christian Wälchli zufrieden fest.