Vom Sägemehl in den Jubel

Nach dem Schwingfest in Estavayer wurde Daniel Bösch in Zuzwil ein feierlicher Empfang bereitet.

Christof Lampart
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Daniel Bösch genoss das Bad in der Menge sichtlich. (Bild: Christof Lampart)

Daniel Bösch genoss das Bad in der Menge sichtlich. (Bild: Christof Lampart)

ZUZWIL. Nicht auszudenken, was in Zuzwil los gewesen wäre, hätte der Bösch Daniel sämtliche «Eidgenossen», die sich im fribourgischen Sägemehl vor Wochenfrist ihm entgegenstellten, auf den Rücken gelegt. Der bereits auch so schon ordentlich gefüllte Schulhausplatz wäre wohl überfüllt gewesen.

«Nicht gut gemeint»

Und unter all diesen stand der Baum von einem Bösch, lächelte und schüttelte fleissig Hände, posierte für Selfies mit seinen jungen und alten Fans und Freunden, derweil die Bürgermusik unter Heinz Felix den Empfang festlich umrahmte. Apropos «Eidgenossen»: der 28-Jährige hatte gegen nicht weniger als sechs von ihnen anzutreten. Da musste nicht nur der Zuzwiler Spitzensportler einmal kräftig durchatmen.

Auch Zuzwils Gemeindepräsident Roland Hardegger übte leise Kritik: die Einteilung habe es mit dem Zuzwiler «nicht gut gemeint». Zum Vergleich: der neue Schwingerkönig, der Glarner Matthias, musste gerade einmal gegen drei Eidgenossen antreten.

Bösch fährt auf

Eines war jedoch offensichtlich: die Zuzwiler waren stolz auf ihren kranzgeschmückten Modellathleten. Dennoch wollte die Obrigkeit nicht so weit gehen, um nach ihm eine Strasse zu benennen, ihm das Ehrenbürgerrecht zu verleihen oder gar die Steuern auf alle Zeiten zu erlassen. Nachdem Dani an der letzten Neuzuzügerbegrüssung den Leuten so von Zuzwil vorgeschwärmt habe, sei es nun an der Zeit, dass er die Gemeinde einmal von oben anschauen könne, befand der Gemeindepräsident. Und so schenkte ihm die Gemeinde Zuzwil eine Ballonfahrt. «Ob du dann in Kirchberg (Böschs Heimatort) oder in Zug, beim nächsten Eidgenössischen landest, überlasse ich dem Piloten», so Hardegger.

Perfekt vorbereitet

Zuvor sollte er aber noch am Zuzwiler Oktoberfest vorbeischauen. Dies riet ihm der Präsident des Schwingclubs Wil, Werner Kuratli – allerdings nicht ganz ohne Eigennutz, denn «wir brauchen noch jemanden, der die Eisenträger fürs Zelt schleppt», so Kuratli scherzend. Und ausserdem müsse man ja noch kollektiv auf den zweiten Kranz anstossen, denn dieser habe sich «de Dani» absolut verdient. «Du hattest das schwerste Notenblatt und warst an den beiden Tagen in Topform», freute sich Kuratli. Der so Gelobte nahm die netten Worte erfreut entgegen, dankte seinen (Schwing-)Partnern und Sponsoren, wollte aber darüber hinaus kein grosses Aufheben über seine Person machen. Dafür gab er den Leuten noch einen Tip für den Abend mit: «Geniesst ihn und feiert schön!»