Speerspitz

Da Vinci – mein persönlicher Held Was haben wir in den letzten zwei Wochen mit unseren Olympioniken mitgefiebert. Haben Dario Cologna – Hopphopphopp! – über die letzten Meter bis zur Ziellinie geschrien.

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Da Vinci – mein persönlicher Held

Was haben wir in den letzten zwei Wochen mit unseren Olympioniken mitgefiebert. Haben Dario Cologna – Hopphopphopp! – über die letzten Meter bis zur Ziellinie geschrien. Haben Simon Ammann – Simi fliiiiiiieg! – vom Absprung bis zur möglichst späten Landung aufwind-gepustet. Haben die Curler – wischenwischenwischen! – zur Höchstleistung gefegt. Doch schon vor dem Entflammen des Olympischen Feuers in Kanada war unser Mitfiebern gefragt.

Schafft er es, oder schafft er es nicht…?

Wer Er? Na, er, Da Vinci. Der kleine grüne Laubfrosch, der sich in Südfrankreich in eine Salatpackung verirrt hat und erst in St. Gallen wieder herausgefunden hat. Zum Schrecken der Salatkäuferin und zur Freude der Zeitungen und deren Publikum. Die Finder-Familie gab dem Frosch den wohlklingenden Namen Da Vinci und damit begann die Berühmtheit des «Salatreisenden». Er sei abgemagert und in einem schlechten Zustand, hiess es in der ersten Meldung.

Der Grund: Da Vinci hatte keine Lust zu essen. Und überhaupt sollte der Frosch einen Winterschlaf machen und nicht putzmunter in einer Salatpackung durch halb Europa reisen. Mit dem Hinweis «Es ist nicht sicher, ob er überlebt», war das Interesse am Schicksal von Da Vinci geweckt und für die Journalisten hiess es: «Drannebliibe».

Lange zwei Tage musste ich warten, bis ich wieder ein Lebenszeichen von Da Vinci erhielt. «Er sitzt regungslos unter einem Blatt und frisst nicht», war zu lesen. Und völlig abgemagert sei er auch. Meine Besorgung um den kleinen Froschkönig stieg. Was war los mit Da Vinci? Mundete ihm die Schweizer Nahrung – lebende Grillen aus der Tierhandlung – nicht? Vermisste er seine Froschfreunde? Oder war er in einen Hungerstreik getreten? Weitere zwei Tage zogen ins Land, bis es endlich hiess «Fröschlein Da Vinci hat den Kampf ums Überleben gewonnen».

Er frass eine Grille und nahm ein Bad – mir fiel ein Stein vom Herzen. Seither ist es ruhig um Da Vinci, er ist aus den Zeitungen verschwunden. Die Olympiastars bald auch. Doch der nächste Held kommt bestimmt. Sabine Schmid

s.schmid@toggenburgmedien.ch