Eugène Scherrer (1934 bis 2011)

Nach dem Hinschied von Oberst i Gst Heinz Baumgartner, sechster Kdt der ZIS (1991–94), sowie von Divisionär Hans Dürig, zweiter Kdt der Schule von 1978 bis 1981, erreicht uns die Kunde des Todes von Oberst i Gst Eugène Scherrer, Gründer und Kommandant der ZIS/ECI von 1975 bis 1977.

Drucken
Oberst i Gst Eugène Scherrer, 25.11.1934 bis 13.3.2011. (Bild: pd)

Oberst i Gst Eugène Scherrer, 25.11.1934 bis 13.3.2011. (Bild: pd)

Nach dem Hinschied von Oberst i Gst Heinz Baumgartner, sechster Kdt der ZIS (1991–94), sowie von Divisionär Hans Dürig, zweiter Kdt der Schule von 1978 bis 1981, erreicht uns die Kunde des Todes von Oberst i Gst Eugène Scherrer, Gründer und Kommandant der ZIS/ECI von 1975 bis 1977. Er hat uns am 13. März verlassen. Damals, im Herbst 1973, hat man Major i Gst Eugène Scherrer als Kommandant dieser neuen nationalen Schule, welche dann unter dem Namen ZIS bekannt wurde, vorgesehen. 1973 war die Zeit der Analysen, der Beurteilung, der Festlegung der Lernziele, der Planung. Nicht nur der Inhalt, sondern auch der künftige Sitz der Schule musste geprüft und festgelegt werden, dazu kamen die Probleme der Klassenchefs und der Kommandogehilfen. Anlässlich des 25. Jubiläums der ZIS hat Eugène Scherrer ein Buch verfasst, worin alle Sorgen und Widerwärtigkeiten, welche damals zu bewältigen waren, zu finden sind. Die Schule wurde ins Leben gerufen und konnte existieren.

Mich hat es damals als Klassenchef der Romands in diese Schule hineingeschneit. Für mich nicht eine leichte Veränderung, ich landete in einem «Club» und hatte weder das nötige Alter, noch genügend Berufserfahrung; auch mein Deutsch hätte an sich besser sein sollen. Unter der Führung des Kommandanten haben wir dann in der Universität St. Gallen bei Herrn Professor Dubs zahlreiche Kurse über Pädagogik, Psychologie, Lernwissenschaft und auch andere besucht. Diese Vorbereitung war unumgänglich, um dann die Ausbildung an die zukünftigen Instruktoren-Schüler zu erteilen. Anspruchsvolle Seminare unter der Leitung unseres Kdt ergänzten diese Kurse, und oft stellte sich uns die Frage: «Bin ich hier am rechten Platz?» Mit der Zeit und dem gewonnenen Abstand darf ich sagen, dass nur dank der grossen Überzeugungskraft und seines Durchhaltewillens das vorgegebene Ziel erreicht wurde. Der Start war nicht einfach, denn im Winter 1974 haben die eidgenössischen Räte das Budget der Schule gestrichen, sie existierte nicht mehr. Major i Gst Scherrer, Divisionär Franchini und Oberst Bächtold führten einen Kampf aus dem Hinterhalt, um die Schule zu retten, sie wurde von zwölf auf sieben Monate reduziert, «Finances obligent». Welch ein Wirrwarr, wo sind die Prioritäten? Hier hat der Kommandant die Schule geprägt. Mit Erfolg konnten wir die erste Periode durchführen. Anschliessend mussten wir alle auf unsere Waffenplätze zurück, gemäss diverser Ansichten hatten wir ja in Herisau nichts mehr zu tun...

Zum Glück blieb uns eine Wiederholung dieser Phase erspart. Eugène Scherrer legte grossen Wert auf die Grundausbildung, wir hatten ein Reglement, welches denselben Namen trug (GS). Immer, wenn wir uns nicht um die Klasse sorgen mussten, führte uns der Kdt ins Gelände, um die Anwendung dieser Vorschrift zu konsolidieren. Unzählige Panoramazeichnungen, Waffeneinsätze und Einsätze diverser Apparate, Zielbezeichnungen haben wir unter seiner Aufsicht durchgeführt. Dies schien uns oft ein wenig übertrieben, aber im Rückblick erwies sich dies als lohnend. Dazu kam die Lektüre diverser Bücher militärischen Inhalts, deren Stoff wir kurz wiedergeben mussten, um brauchbare Lehren für die Ausbildung zu erwerben. Dies trug auch dazu bei, dass unsere Leute mehr zu lesen begannen und somit ihr Allgemeinwissen erweiterten.

Unser Kommandant hatte auch einen Übernamen, wir nannten ihn «Angoisse», das ist der Ängstliche. Warum denn? Es war eben sein Charakter, solange nicht alles festgenagelt war, befürchtete er, dass etwas nicht plangemäss verlaufen werde. Unser Kdt war in allem, was er unternahm, äusserst genau und präzis. Zur Formulierung der Qualifikationen für die Schüler mussten die Klassenlehrer die Texte sehr genau vorbereiten. Er stellte immer die gleiche Frage: «Glauben Sie, dass man in Bern den Sinn des Textes gleich beurteilt wie Sie?» Sie sehen, der Arbeitsaufwand zur Erarbeitung dieser Texte war beträchtlich. Und zum Schluss bleibt uns noch, «Dankeschön» zu sagen für alles, was er für die ZIS getan hat, welche ohne seinen unermüdlichen Einsatz nie zustande gekommen wäre. Merci Eugène, ruhe in Frieden, wir vergessen Dich nie. Jean Pythoud

(Übersetzung Jules Kunz)