«Campari Soda» mit einem Schuss Appenzellerland

«Louenesee», «Scharlachrot» oder «Heiterefahne». Unlängst haben diese Schweizer Lieder Kultstatus erreicht. 12 Mundartsongs wurden nun von verschiedenen Jodlergruppen neu interpretiert. Zusammen mit Frau, Tochter und Sohn sowie weiteren Jodlern aus dem Appenzellerland wirkt der Teufner Ueli Koller auf der neuen CD «Urchig – Die Beschtä Schwiizer Mundart-Hits» mit. Seine anfängliche Skepsis bezüglich der Songwahl hat sich mittlerweile gelegt.

Martin Schneider
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Herr Koller, Sie sind zusammen mit anderen Jodlern auf einer neuen CD zu hören. Wie kam es dazu?

Ueli Keller ist Jodler aus Teufen. (Bild: PD)

Ueli Keller ist Jodler aus Teufen. (Bild: PD)

Ein befreundeter Dirigent, der die meisten Lieder auf der CD arrangiert hat, fragte mich, ob wir an der Neuinterpretation des Songs «Campari Soda» der Band Taxi interessiert wären. Im ersten Moment habe ich gedacht, dass dies eigentlich nicht unbedingt mein Lied ist. Als ich dann aber sein Arrangement gehört habe, war ich überzeugt. Er hat Zäuerli in das Lied komponiert und es passt einfach super. Die Zäuerli waren auch ausschlaggebend, dass der Dirigent mit Personen aus dem Appenzellerland zusammenarbeiten wollte.

Können Sie uns das Konzept hinter der CD erklären?

Zwölf Mundartlieder werden durch Schweizer Musiker in Begleitung durch Jodelchöre neu interpretiert. Meistens singt auch der Originalsänger das Stück, in unserem Fall aber nicht – bei uns wirkte Jesse Ritch als Sänger.

Und was ist neu an diesem Projekt?

Viele Lieder hat man seit langem im Ohr. Es handelt sich aber um etwas Neues, weil auf der CD Schweizerhits mit Jodel kombiniert wurden. Auch wenn die Lieder teilweise über 40 Jahre alt sind, ist dies aus meiner Sicht eine neue Form der Musik.

Speziell für diese Produktion haben Sie die Jodlergruppe Flugangst gegründet? Wer wirkt bei dieser mit?

Neben mir sind dies auch meine Frau, unsere Tochter sowie unser Sohn und weitere Jodler aus dem Appenzellerland. Die Frauenstimmen waren wichtig, weil Jesse Ritch, der das Lied in der Neuvertonung singt, eine Oktave höher gesungen hat als im Original. Dadurch klingt das Lied wiederum wesentlich frischer als die ursprüngliche Version.

Wieso der Name Flugangst?

In «Campari Soda» trinkt ein Herr im Flugzeug einen Campari Soda, oder eben auch mehr als einen. Ich habe mir vorgestellt, dass er wohl Flugangst hatte. Daher die Namensgebung.

Für die Aufnahmen ging es ins Studio. Können Sie uns etwas darüber erzählen?

Hinsichtlich der Studioaufnahmen haben wir vier Proben gemacht, denn es ist ja nicht das Gleiche wie Live-Auftritte. Die eigentlichen Aufnahmen waren dann im Studio Hard in Winterthur. Der Manager von «Gölä», hat diese geleitet, denn der Mundartrocker steckt hinter dem Projekt.

Werden Sie «Campari-Soda» auch live zum Besten geben?

In diesem m Moment ist dies nicht geplant. Es war aber auch nie die Idee hinter dem Projekt, dass die Lieder live vorgetragen würden.