100 Jahre Rettungskolonne

Mit Rettungsdemonstrationen und einem vielfältigen Rahmenprogramm feiert die Rettungskolonne Appenzell in Schwende mit dem «Kolonnenfest» das hundertjährige Bestehen.

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Eine Gleitschirmrettung wird am Kolonnenfest demonstriert. (Bild: P. Broger)

Eine Gleitschirmrettung wird am Kolonnenfest demonstriert. (Bild: P. Broger)

Schwende. Im Bereich der Bergrettung nimmt die Rettungskolonne Appenzell neben professionellen Partnerorganisationen eine bedeutende Rolle ein. Die «Kolonne», wie die aus rund 35 Männern bestehende Gruppe genannt wird, trifft sich jährlich zu rund 50 Anlässen. Pro Jahr erledigt sie rund 30 Einsätze. Die oftmals psychisch und physisch anspruchsvolle, ehrenamtliche Arbeit erfüllen die Retter meist im Hintergrund.

Dies soll im Jubiläumsjahr anders sein: An öffentlichen Übungen kann die Bevölkerung für einmal Einblick in die Arbeit der Retter nehmen und sogar selber Hand anlegen.

Ausstellung und Festschrift

Im Rahmen des Jubiläumsjahres ist vom 27. März bis 1. November im Museum Appenzell eine Sonderausstellung der Rettungskolonne Appenzell gewidmet.

Der Besuch der Ausstellung, die zusätzlich mit einer Fotoreportage des Fotografen Herbert Maeder ergänzt wurde, zeigt mit eindrücklichen Bildern und Gerätschaften auf, wie mühsam in den Anfängen die Retter ihre Aufgabe bewältigten. Das Jubiläumsjahr soll aber nicht nur Rückblick sein, es soll insbesondere auch als ein Start in die nächsten hundert Jahre gesehen werden.

Denn auch künftig werden trotz modernster Hilfsmittel weiterhin ortskundige Retter für die Bewältigung der verschiedensten Einsätze benötigt.

Die Rettungskolonne hat in diesem Sinne eine Festschrift verfasst. Der ganze Verkaufserlös kommt der Rettungskolonne und damit indirekt den Patientinnen und Patienten zugute.

Feiern mit Partnern

Das Aufkommen des Helikopters im Bergrettungswesen verursachte anfänglich Skepsis. Die Angst, dass dieser das konventionelle Bergrettungswesen verdrängen würde, wich jedoch einer kameradschaftlichen Partnerschaft. Die Kolonne versteht sich als gleichwertiger Partner verschiedenster Organisationen. So wird das Jubiläum mit den Partnerorganisationen zusammen gefeiert.

Während die öffentlichen Übungen mit Partnerorganisationen (Rettungsdienst, Feuerwehren und weiteren Rettungskolonnen) durchgeführt werden, hat sich die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega bereit erklärt, am Festwochenende ihre Basis nach Schwende zu verlegen. Dabei wird der neue Gebirgshelikopter «AgustaWestland da Vinci (AW da Vinci)» zu sehen sein. Im Rahmen eines Windenflugtrainings kann er, sofern die Witterung es erlaubt, im Trainingseinsatz beobachtet werden.

Mitglieder der Kolonne werden die Rettung eines Gleitschirmpiloten aus einer eigens während des Jubiläumstages eingerichteten «Seilbahn» vorführen. Mit Live-Kommentar werden den Zuschauern die einzelnen Handgriffe erklärt. Das Gleiche gilt für die Vorführung einer Wandfussrettung, bei welcher ein Kletterer aus einer Wand gerettet wird.

Kletterwand und Schmatzinsel

Für die jüngeren Besucher wird eine Kinderkletterwand eingerichtet, welche am nächsten Samstag von Mitgliedern des SAC St. Gallen betreut wird. Für Verpflegung sorgt die Schmatzinsel. Zum Abschluss der öffentlichen Demonstrationen laden die Mitglieder der «Brassband Mittelhäusern» zu einem kleinen Platzkonzert. Das Abendprogramm wird von der einheimischen Countryband «Sioux» bestritten. Die A-cappella-Gruppe «Sonnwendlig» wird am Jubiläum ihren letzten Auftritt bestreiten. (pd)

Das gesamte Programm der 100-Jahr-Jubiläumsfeier ist unter www.sac-stgallen.ch ersichtlich.