Vor dem Wochenende war die Anspannung bei der Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons Aargau gross. Die Wettervorhersage prognostizierte starke Gewitter mit grossen Niederschlagsmengen.  Christophe Lienert, der Leiter des Hochwasser Pikett-Dienstes der Abteilung, spricht von einem dann doch ruhig überstandenen Wochenende. Vorbei sei die prekäre Phase, angesichts der Wettervorhersagen für diese Woche, jedoch noch nicht. „Es wird in den nächsten Tagen feucht und regnerisch bleiben. Die Situation muss weiterhin gut beobachtet werden“, sagt Lienert.

Viel Wasser vertragen die Aargauer Gewässer nicht mehr. Die Situation sei am Wochenende zwar nie brenzlig geworden,  der Pegelstand der Abflüsse der verschiedenen Gewässersysteme sei  aber sehr hoch, bei Regen steigt der Wasserpegel schnell an.  „Die Flüsse, insbesondere die Aare, haben noch immer viel Wasser. Das erfordert weiterhin eine gründliche und nahe Beobachtung der Wettersituation.“ Angst muss aber niemand haben, erklärt Lienert: „Die Warnungen waren vor dem Wochenende höher eingestuft. Wir haben keinen Ausnahmezustand.“

Zerstörerische Überschwemmungen in Süddeutschland

Zerstörerische Überschwemmungen in Süddeutschland

Süddeutschland - 30.05.16 - Schwere Gewitter, extremer Regen und Sturm haben in Baden-Württemberg und Bayern immense Schäden angerichtet. Die Behörden sprechen von einer «Naturkatastrophe». Es gibt Tote und wohl auch zahlreiche Verletzte. Die Lage ist dramatisch (Quelle:dpa).

"Hundertprozentige Sicherheit gibt es nie"

In den deutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg kam es am Wochenende zu verheerenden Überschwemmungen, bei denen mindestens vier Menschen ihr Leben verloren. Dass sich eine Katastrophe ähnlichen Ausmasses im Kanton Aargau ereignet , sei nie ganz auszuschliessen. „Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie. Solche Katastrophen sind auch oft das Resultat einer Verkettung von unglücklichen Umständen“, sagt Lienert. Ausschliessen könne man nichts, auf jeden Fall sei der Aargau erprobter im Umgang mit Hochwassern.

Um eine Überflutung der Jurarandseen zu verhindern, hat man letzten Donnerstag begonnen diese kontrolliert abzusenken, in dem man Wasser ablässt. Das hatte unter anderem bereits einen Anstieg des Aarepegels zur Folge.