TV Endingen

Solidarität in der Corona-Krise: Endinger Handballer kaufen für Fans ein

Lieferung bis an die Haustüre: Handballer Milomir Radovanovic (l.) und seine Teamkollegen vom NLA-Klub TV Endingen kaufen an den nächsten beiden Samstagen für die Bevölkerung ein.

Lieferung bis an die Haustüre: Handballer Milomir Radovanovic (l.) und seine Teamkollegen vom NLA-Klub TV Endingen kaufen an den nächsten beiden Samstagen für die Bevölkerung ein.

Die Mannschaft des NLA-Klubs bietet der Bevölkerung an den kommenden beiden Samstagen ihre Hilfe beim Einkaufen an.

Sie werden ihren Blick auf Einkaufszettel statt Taktiktafeln richten und Ausschau nach Lebensmitteln statt freier Räume halten. Ihre Hände werden sie mit Desinfektionsmittel anstelle von Harz einreiben und schwere Einkaufstaschen anstelle von Bällen tragen. Statt gegen den Ligakonkurrenten St.Otmar St.Gallen treten die Handballer des TV Endingen am Samstag gegen das Corona-Virus beziehungsweise für ihre Fans an: Captain Christian Riechsteiner, Milomir Radovanovic und Co. gehen morgen und am Samstag in einer Woche für hilfsbedürftige Personen einkaufen.

Die Idee zur Aktion entstand am Küchentisch von TVE-Geschäftsführer Christian Villiger: «Meine Frau hat mich gefragt, was die Jungs denn jetzt eigentlich mit ihrer Freizeit machen», sagt er. Nach der Einstellung des Trainingsbetriebes angesichts des vom Bundesrat verordneten Lockdowns am Montag eine berechtigte Frage. Aus mehreren Ideen kristallisierte sich das Einkaufsangebot als sinnvoll und angesichts der Richtlinien des Bundesamts für Gesundheit (BAG) umsetzbar heraus.

«Beim Team des TVE kommt die Aktion gut an», sagt Villiger, der mit seinen Spielern derzeit auch nur via Handy und Computer in Kontakt steht. Damit seine Spieler durch das Einkaufsangebot nicht zum idealen Wirt für das Corona-Virus werden, halten sich alle Beteiligten an strikte Vorschriften: Die Spieler nehmen Einkaufszettel und Geld in einem Couvert entgegen. Vor der Übergabe der Einkaufsware inklusive Rückgeld und Quittungen desinfizieren sie sich die Hände und achten darauf, den jeweiligen Auftraggebern nicht zu nahe zu kommen. «Aber natürlich liegt auch mit dem Abstand von den empfohlenen zwei Metern Distanz ein kurzer Schwatz über den Handballsport drin», sagt Villiger lachend.

«Wir wollen der Bevölkerung etwas zurückgeben»

Beim TVE geht man davon aus, dass sich in erster Linie Personen aus der unmittelbaren Region melden – das Angebot ist allerdings nicht räumlich beschränkt. Der handicapierte Rückraumspieler Lukas Riechsteiner, der mittlerweile an beiden Händen operiert worden ist und deshalb derzeit keine Einkaufstaschen tragen kann, koordiniert die Einsätze seiner Teamkollegen.

Vorerst gilt das Angebot des TVE für die beiden kommenden Samstage. Dies deshalb, weil die meisten Spieler des Klubs nebenbei beziehungsweise hauptberuflich regulären Jobs oder einem Studium nachgehen. Sollte die Aktion im Surbtal oder sogar darüber hinaus indes auf breites Interesse stossen beziehungsweise rege genutzt werden, dürfte die Hilfsaktion eine Fortsetzung finden.

«Wir wollen einfach helfen und der Bevölkerung etwas zurückgeben. In der Halle unterstützen sie uns von den Rängen, jetzt helfen wir ihnen – und zwar so lange sie uns brauchen», sagt Villiger. Gleich mehrere Spie­- ler seiner Mannschaft hätten ausserdem bereits betont, dass sie auch gerne unter der Woche neben ihrer regulären Arbeit solche Hilfsdienste erledigen würden.

Trotz fehlender Partien und Trainingsmöglichkeiten wird es den TVE-Spielern so ganz sicher nicht langweilig – und sie können ihren Fans erst noch eine Freude machen.

Hinweis: Melden Sie Ihr Einkaufsbe­dürfnis beim TV Endingen via E-Mail (wirhelfen@tvendingen.ch) oder Handy (0791024867) an.

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