Sport

Stadt Langenthal will lokales Wissen und die Erfahrung nutzen

Auch das Stadtzentrum kann zum Bewegungsraum werden, so wie hier am Stadtlauf. archiv/mjw

Auch das Stadtzentrum kann zum Bewegungsraum werden, so wie hier am Stadtlauf. archiv/mjw

Die Stadt Langenthal will den Bewegungsraum weiter entwickeln und bezieht dafür Vereine und Bevölkerung ein. Ein Problem, das es zu lösen gilt: Bei den Hallenbelegungen kommt es immer wieder zu Engpässen.

«Langenthal hat ein vielfältiges Sportangebot», sagte Gemeinderätin Paula Schaub (EVP) vorgestern Abend an der Orientierung zum Sportstättenkonzept. Als Ressortvorsteherin Sport ist sie natürlich zu einer gewissen positiven Grundhaltung verpflichtet. Die Stadt bietet aber in der Tat verschiedenste Sportmöglichkeiten, hat Dutzende Vereine und ein ansehnliches Angebot an Sportanlagen.

Das dürfe sich sehen lassen, sagte Schaub. Sie bemerkte allerdings: «Wir dürfen uns darauf nicht ausruhen.» Gerade bei den Hallenbelegungen komme es immer wieder zu Engpässen. Wobei die neue Turnhalle in der Heilpädagogischen Schule etwas Entlastung gebracht habe. Trotzdem: Im Wintersemester gebe es keine freien Hallenkapazitäten in Langenthal, sagte sie. Das führt dazu, dass im Wintersemester private Nutzer keine Turnhallen mieten können. Es gibt also durchaus Potenzial. Mit diesem Sportstättenkonzept werden laut Schaub die Grundlagen für raumplanerische und finanzielle Planungen geschaffen.

Rufener und Schaub koordinieren

Auch Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) hob die gute städtische Sport-Infrastruktur hervor. Das Ziel eines solchen Konzeptes sei: Diese Infrastruktur noch besser zu nutzen. «Dazu wollen wir bestehende Defizite im Bereich Sportanlagen erörtern und Lösungen erarbeiten.» Schaub und Rufener koordinieren die Erarbeitung des Sportstättenkonzepts. Beteiligt sind weiter die Sportkommission, die Bau- und Planungskommission sowie eine Begleitgruppe unter der Leitung Schaubs. Als externe Fachperson wurde Martin Strupler beigezogen. Er erarbeitete mit seiner Firma Strupler Sport Consulting bereits verschiedene Sportanlagenkonzepte für Schweizer Städte, darunter Baar, Zug und Aarau.

Wichtig für ein Sportanlagenkonzept seien das lokale Wissen und die Erfahrung der Langenthaler Bevölkerung, Vereine und Schulen, sagte Strupler. Er bringe zusätzlich eine Aussensicht hinein. Grundlagen für das Konzept sind gemäss dem Experten die Entwicklungen in der Gesellschaft, dem Raum und dem Sport.

Daraus ergebe sich schliesslich die Entwicklung des Bewegungsraumes, so Strupler. «Eine Bewegungsraumplanung ist letztlich Grundvoraussetzung für eine Erhöhung des Anteils bewegungsaktiver Personen in der Bevölkerung.» Die Ziele des Konzepts formulierte Strupler wie folgt: Dieses dient Langenthal als Führungsinstrument der politischen Behörden; zur Förderung von Bewegung und Sport; für die Anpassung des Angebots an die Veränderungen in Sport und Gesellschaft; zur Sicherstellung des notwendigen Raumes für künftige Infrastrukturen.

Nicht normierte Bewegungsräume

Wichtig sei, die Bewegungsräume aller Art ins Konzept einzubeziehen, sagte er. Also nicht nur Fussballplätze, das Leichtathletikstadion oder die Eishalle, sondern auch nicht normierte Bewegungsräume. Dafür werden die Sportanlagen in acht Bereiche gegliedert. Dazu gehören nebst Turnhallen, Rasenplätzen oder Schwimmanlagen auch bewegungsfreundlicher Siedlungsraum, Radwege oder Schiessanlagen.

Keine repräsentative Befragung

Jetzt sind also die Vereine, Schulen und die Bevölkerung gefragt. Alle Interessierten sollen bis am 13. März – möglichst online – einen Fragebogen ausfüllen, damit die Stadt die Bedürfnisse erheben kann (siehe Kasten oben). Es handle sich aber nicht um eine Bevölkerungsbefragung, sagte Strupler. In Baar ZG seien zum Beispiel etwa 100 Fragebogen eingegangen. Das sei nicht repräsentativ – «wertvoll ist es aber allemal». Danach wertet Strupler die Fragebogen aus – und besichtigt daraufhin alle städtischen Sportanlagen.

Er werde die Anlagen vertieft analysieren und beurteilen, so Strupler. Er wolle auch Spielplätze und nicht abgrenzbare Bewegungsräume bewerten. Organisationen, die privatrechtliche Anlagen besitzen, werden ebenfalls angeschrieben. Es gehe darum, allenfalls Synergien aufzuzeigen, welche die Stadt und die privaten Besitzer nutzen könnten. Ende Juli will Strupler der Stadt einen ersten Zwischenbericht abliefern. Schliesslich ist vorgesehen, in etwa einem Jahr ein fertiges Konzept vorzulegen.

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