Oberaargau

Regionalkonferenz: Die gemeinsame Plattform muss bleiben

Regionalkonferenz

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In der regionalen Volksabstimmung über die Regionalkonferenz Oberaargau am 11. März geht es auch um den Einfluss der Wirtschaft. Der Wirtschaftsverband verliert an Einfluss und ist trotzdem dafür.

In der regionalen Volksabstimmung über die Regionalkonferenz Oberaargau am 11. März geht es auch um den Einfluss der Wirtschaft. Heute hat der Wirtschaftsverband Oberaargau (WVO) im Verein Region Oberaargau ein gewichtiges Wort mitzureden: Im Vorstand ist er mit seinem Präsidenten, Bernhard Meyer, und Geschäftsführer Mark Hess doppelt vertreten.

In der Kommission Volkswirtschaft stellt er mit Meyer sowie Daniel Arn Präsident und Vizepräsident. Künftig sind jedoch Wirtschaftsvertreter in der Geschäftsleitung, dem Nachfolgeorgan des Vorstandes in der Regionalkonferenz, praktisch ausgeschlossen.

Der WVO steht der Regionalkonferenz trotzdem positiv gegenüber, wie Präsident Bernhard Meyer erklärt. Er befürwortet, dass damit ein Gremium entsteht, in dem Aufgaben, die eine regionale Bedeutung haben, verbindlicher diskutiert werden können. «Den Nachteil, in der Geschäftsleitung nicht mehr vertreten sein zu können, nehmen wir zugunsten eines grosszügigeren Denkens in der Region in Kauf.»

Ja mit Erwartungen

Mit der Zustimmung verbindet Bernhard Meyer allerdings auch eine Erwartung an die Regionalkonferenz. Bei den bereits umschriebenen Kommissionen steht der Standardsatz «Bei der Zuweisung der Sitze wird gewährleistet, dass die verschiedenen Gemeindegrössen angemessen vertreten sind.»

Dieser Satz, so Meyer, dürfte bei der Volkswirtschaft erst in zweiter Linie gelten. Vorrangig ist für ihn die angemessene Vertretung aller Kreise, die für die Wirtschaft relevant sind, damit die Kommission wie bisher weiterarbeiten kann. «Dort werden zwar nicht die grossen Würfe lanciert, aber sie ist eine gute Plattform, wo sich abzeichnende Probleme an einem Tisch diskutiert werden können.»

Kein Thema war die Regionalkonferenz bisher im Landesteil Oberaargau des Gewerbeverbandes Berner KMU. Einerseits war dieser bisher in den Gremien der Region nicht vertreten. Andererseits beschränkte er bisher seine Tätigkeit vor allem darauf, bei Wahlen gewerbefreundliche Politiker aus der Region zu unterstützen.

Gewerbe: Stärker einbringen

Kurt Wyss, Präsident des Gewerbevereins Langenthal und Vizepräsident des Landesteilverbandes, kann sich allerdings keine andere Stellungnahme als eine zustimmende zur Regionalversammlung vorstellen. Er geht sogar noch einen Schritt weiter und kann sich vorstellen, dass auch der Landesteil Oberaargau auf die neue Verbindlichkeit der Regionalkonferenz reagiert. In seinem Vorstand will er anregen, dass sich das Gewerbe stärker einbringt und seine Aufgabe überdenkt. «Schliesslich sind im Vorstand des Landesteilverbandes alle Präsidenten der örtlichen Gewerbevereine vertreten.»

Bedauern bei Gewerkschaftern

Noch keine Parole gefasst hat der Gewerkschaftsbund Oberaargau. Gemäss Präsident Nazmi Jakurti wird der Vorstand dies an seiner nächsten Sitzung morgen Donnerstag tun.

Auch Jakurti gehört heute sowohl dem Vorstand der Region wie der Kommission Volkswirtschaft an. Dass das in Zukunft im Vorstand nicht mehr möglich sein soll, bedauert er: «Wir haben dort gut zusammengearbeitet.» Er erwartet deshalb, dass der Gedankenaustausch wenigstens in der Kommission Volkswirtschaft fortgeführt wird. «Diese darf nicht nur aus Arbeitgebern bestehen, sondern aus allen für die Wirtschaft relevanten Partnern.»

In den Aufgabenbereich der Kommission Volkswirtschaft wird auch der Tourismus gehören. Heute betreut ihn Uschi Tschannen und gehört in dieser Funktion auch der Kommission Volkswirtschaft an. Daneben versammelt sie die touristischen Akteure zu so genannten Round Tables, um sie über die Möglichkeiten zu informieren, welche Schweiz Tourismus und Bern Tourismus der Region bieten. «Diese gibt es durchaus», erklärt sie entschieden.

Dass die Anbindung an eine grössere Körperschaft weiterhin bestehe, sei dabei vor allem wichtig, erklärt Uschi Tschannen, denn eine eigenständige Organisation wie im Emmental sei beim touristischen Potenzial der Region nicht finanzierbar. «Ob das der Verein Region oder die Regionalkonferenz ist, ist mir eigentlich egal.»

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