Huttwil

Rauer Gitarrensound begeistert am «Hutturock» das Publikum

«The Rolling Tongues»-Frontmann Pat Jenny am Hutturock-Festival. Hansjörg Sahli

«The Rolling Tongues»-Frontmann Pat Jenny am Hutturock-Festival. Hansjörg Sahli

Am Wochenende fand das «Hutturock» Open Air statt. Dem «Rock» im Name des FEstivals wurden alle Bands gerecht. Die Besucherzahl des Festivals war laut Organisator nicht rekordverdächtig, nur zufriedenstellend.

Normal ist es nicht, wenn im Blumenstädtchen Huttwil musikalische Klänge durch die Nacht dringen. Zu diesen seltenen Momenten zählte auch das letzte Wochenende, als das Hutturock Festival in der alten Turnhalle den Fans von Gitarrenmusik entsprechende Unterhaltung bot.

Los ging es mit der Band Talebox, die mit ihrer süffigen Pop-Rock-Punk-Mischung Stimmung in der Halle aufkommen liessen. Darauf wurde es härter – das Trio Slowdrive brachte rauen Sound ohne viel Schnickschnack, was wohl am ehesten mit der ewigen Punkband The Ramones zu vergleichen wäre. Mit «Eleven Aces» wurde es wieder melodiöser, doch auch hier blieben die Punk-Einflüsse deutlich hörbar.

Tiefe Besucherzahlen

Mittlerweile hatte sich die Halle etwa zur Hälfte gefüllt. Auch wenn das im Vergleich zu anderen Jahren kein Rekord darstelle, sei das Organisationskomitee zufrieden mit der Anzahl Eintritte, so dessen Präsident Dominik Morgenthaler. Die Freitage seien bei solchen Veranstaltungen in der Regel immer schlechter besucht als die Samstage.

Dass die Anzahl «Hutturock» Besucher im Vergleich zu früheren Jahren dennoch ziemlich abgenommen habe, erklärt sich Morgenthaler mit dem grossen Angebot an Ausgehmöglichkeiten, das mittlerweile in der Region bestehe. «Früher war ausser dem ‹Hutturock› nicht viel los. Mittlerweile gibt es regelmässig irgendwelche Veranstaltungen, die Leute anziehen. Das ist ja eigentlich positiv, insgesamt kriegt man das halt aber als Veranstalter durch tiefere Besucherzahlen zu spüren.»

Eigene Fangemeinde mitgebracht

Abgeschlossen wurde der dem «Rock» im Veranstaltungsnamen ganz entsprechende Freitagabend durch die Hasle Rüegsauer Band Your All Time Favourites. Diese hatten bereits auch schon bei vormaligen «Hutturocks» gespielt und nun, betrachtete man den plötzlichen Stimmungs-Anstieg, wohl auch eine beträchtliche Fanmenge mitgebracht.

Dieses Jahr war nun zum zweiten Mal der Verein Mätteli Events für die Durchführung verantwortlich. Ursprünglich war das «Hutturock» von einem eigenen Verein betrieben worden. Das alte OK habe aber im 2008 nach der 10. Ausgabe aufhören wollen, sagt Dominik Morgenthaler. So habe es zwei Alternativen gegeben: «Entweder das ‹Hutturock› verschwindet für immer von der Bildfläche oder jemand übernimmt die Veranstaltung. Da waren wir mit unserem relativ jungen Verein natürlich die idealen Kandidaten.» Sie seien auch von einigen lokalen Bands, die den Verlust der regionalen Auftrittsmöglichkeiten fürchteten, zu diesem Schritt ermuntert worden. «So haben wir uns entscheiden, das ‹Hutturock› weiterzuführen, jetzt halt einfach mit einem anderen OK.»

Ein Open Air zum Geburtstag

Entstanden war der Verein Mätteli Events 2008. «Wir haben damals für einen Freund, der seinen 40. Geburtstag feiern durfte, ein kleines Open Air Festival, das Mätteli Open Air, auf die Beine gestellt. Das Echo und die Nachfrage waren dann so toll, dass wir entschlossen, noch weitere Veranstaltungen zu organisieren.» So hätten sie den Verein gegründet und in den beiden vergangenen Jahren jeweils wieder ein Mätteli Open Air veranstaltet.

Kein Mätteli Open Air im nächsten Jahr

Auch für die folgenden Ausgaben sei das Feedback der Zuschauer sehr gut gewesen. Nächstes Jahr werde es aber kein Mätteli Open Air geben, so Morgenthaler. Dies nicht aus finanziellen Gründen, sondern weil auf dem bisherigen Gelände gebaut werde und noch kein entsprechender Ersatz gefunden wurde. Dafür werde man aber vermehrt versuchen, einzelne lokale Konzerte durchzuführen, in Absprache mit den jeweiligen Raumbetreibern. Dieses Projekt bestehe aber erst vage.

Am Samstag spielten dann vor allem Bands aus dem Genre Bluesrock und Rock ’n’ Roll, wie etwa die regional bekannte Band Chickenhouse.

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