Bei sonnigem Herbstwetter strömen die Senioren in Scharen zum Zwinglihaus. Adrian Vonrüti traut kaum seinen Augen. «Das ist einer der wenigen Momente, in denen ich sprachlos bin. Das könnte meine Frau bestätigen», witzelt der Sozialamtsvorsteher und freut sich gleichzeitig, dass die unkonventionelle Idee so grossen Anklang finde: «Wir haben mit 120 Teilnehmern gerechnet, bereits sind doppelt so viele gekommen.» Schnell wird klar, dass die vier bestellten Busse nicht genügen.

Während Pfarrerin Sabine Müller Jahn die Senioren im Zwinglihaus begrüsst und über das Haus der Begegnung informiert, wird mit der Aare Seeland mobil ein Doppelstock-Bus organisiert. So kommt es, dass ein Teil der Senioren mit dem «Fünfliber-Bus» nicht an die Lenk fährt, sondern vergnügt eine Stadtrundfahrt in Langenthal geniesst.

Viele Informationen zum Alter

Auf der 90-minütigen Tour wird an mehreren Stationen angehalten. Insgesamt 13 Institutionen stellen kurz ihre Dienstleistungen im Altersbereich vor. Im «Fünfliber-Bus» hält Ursula Fehlbaum von der Pro Senectute die Fahrgäste auf dem Laufenden: «Bitte nicht aussteigen. Wir sind an der Gaswerkstrasse 33 angekommen.» Mitarbeiter der «Seniorebrügg» stellen ihren Verein vor und verteilen selbst gebackene Herzbiskuits.

Das Schweizerische Rote Kreuz befindet sich ebenfalls an dieser Adresse. Als eine SRK-Mitarbeiterin mit ihrem Baby einsteigt, ist der zweimonatige Alex natürlich sofort der Liebling der Fahrgäste. Der Chauffeur lenkt den Bus Richtung Spital und witzelt: «Gleich bekommen alle eine Spritze verpasst.» Trotz lockerer Stimmung hören die Senioren aufmerksam zu, als ihnen Olivia Lanz, Leiterin des SRO-Sozialdienstes, erklärt, dass es eine ihrer Aufgaben sei, den Spitalaustritt sorgfältig zu planen.

Unzählige Zwischenhalte

Kurz vor drei Uhr erreicht man das Alterszentrum Haslibrunnen. Die 90-jährige Ida Schär hat zufällig eine ehemalige Schulkollegin getroffen. «Ich habe mich bereits vor elf Jahren im Altersheim angemeldet, aber solange ich den Rasen noch selber mähe, bleibe ich in meinem Haus. Und einen Rollator brauche ich auch noch nicht», sagt sie schmunzelnd.

An der Haldenstrasse werden das Tagesheim TABEO und die Alterswohnungen vorgestellt, dann wird die Fahrt bis zum Alterswohnheim Lindenhof fortgesetzt.

Damit die Gäste das Team der Pro Senectute unter die Lupe nehmen können, erhalten sie Flyer und Lupe. Einigen Passagieren ist neu, dass sich das Psychiatriezentrum an der Wiesenstrasse befindet. Letzte Station ist die AHV-Zweigstelle und die Ausgleichskasse im Glashaus.

Kaffee und Kuchen zum Abschluss

Ein roter Teppich führt ins katholische Kirchgemeindehaus. Die Gäste werden mit Kaffee und Sachertorte verwöhnt. Auch Beat Lanz, Leiter des Alterszentrums Haslibrunnen, serviert: «Unser Küchenchef hat in kurzer Zeit zusätzlich elf Torten gebacken.» Inzwischen trifft Gemeinderat Reto Müller ein. Der Vorsteher Soziales/Altersfragen überbringt gleich zwei gute Neuigkeiten.

Zum einen erfolgte kürzlich die Zusage, dass das Alterszentrum Haslibrunnen um 90 Plätze erweitert werden kann. Zum anderen überreichte er den Anwesenden die druckfrische Broschüre 60plus. Sie wurde unter dem Titel «Angebote nutzen – Angebote unterstützen» vom Sozialamt veröffentlicht. Darin findet man wichtige Angaben im Seniorenbereich. Erwähnenswert ist, dass Seniorinnen bei der Realisierung mitgewirkt haben.