Jugendsender

Joiz-Moderatorin: «Ich wurde ins kalte Wasser geworfen»

Tama Vakeesan befragt auf «Joiz» die Idole der Jugendlichen. Auch ihr eigenes musste sich schon ihren Fragen stellen.

Tama Vakeesan befragt auf «Joiz» die Idole der Jugendlichen. Auch ihr eigenes musste sich schon ihren Fragen stellen.

Nach einer Banklehre und fünf Jahren im Beruf wollte sich die Langenthalerin Tama Vakeesan zur Lehrerin ausbilden lassen. Dann kam die Chance, beim Jugendsender Joiz als Moderatorin einzusteigen. «In dieses Türchen musste ich eintreten», sagt sie.

«Es ist ein Traumjob», hält Tama Vakeesan gleich zu Beginn des Gesprächs fest und ihr Leuchten in den Augen lässt keine Zweifel daran, dass sie meint, was sie sagt.

Moderiert habe sie schon immer gerne, erzählt sie. Gelegenheit dazu hatte sie zum Beispiel am Hip-Hop-Contest Big Bang in Bern oder einem philippinischen Spendenabend.

Den Moderationswettbewerb bei Star TV habe sie zwar nicht gewonnen, sagt sie über eine weitere Station, «aber dort viel dazugelernt.» Sie sammelte erste Kameraerfahrung. «Ich wusste, das reizt mich.»

Ein Kollege, der von ihrem Hobby wusste, machte Tama auf die Stellenausschreibung aufmerksam, in welcher der Jugendsender Joiz eine Moderatorin suchte. Die Bankkauffrau bewarb sich und wurde – zu ihrem grossen Erstaunen – genommen. Das Vorhaben, Lehrerin zu werden, war damit trotz begonnener Ausbildung kein Thema mehr. «Diese Chance musste ich nützen», betont sie.

Seit August 2013 moderiert Tama drei Sendungen und schreibt Texte fürs Internet. Die Moderation mache etwa 40 Prozent aus, der Rest sei redaktionelle Arbeit. Das gehöre zum Job. «Aber am liebsten würde ich nur moderieren», gibt sie zu.

Eine Ausbildung hat sie beim Sender keine erhalten. «Ich wurde ins kalte Wasser geworfen», lacht sie.

«Aber man darf dafür Fehler machen. Schliesslich sind wir ein junger, frecher Sender.» Praktisch alle Sendungen sind live.

«Im Anschluss werden sie angeschaut und besprochen, damit gemachte Fehler künftig vermieden werden, oder Sachen, die gut ankommen, wieder eingebaut werden können», erzählt Tama. «Zudem kennen einige Kollegen die Gesprächspartner bereits und geben Tipps, wie man vorzugsweise mit ihnen umgeht.

«Oder dann schaue ich mir auf Youtube Interviews an um mich zu inspirieren.» Trotzdem reagiere man in der Live-Sendung manchmal anders als geplant. «Bligg war nach einem für ihn schwierigen Jahr zu Gast. Ich wollte ihn darauf ansprechen, fand aber nie den richtigen Einstieg», gibt sie ein Beispiel. «Mich in einer solchen Situation zu überwinden, muss ich erst noch lernen.»

Speziell war für Tama das Treffen mit dem Musiker Sean Paul. «Er war jahrelang mein Idol – und dann sitze ich ihm plötzlich gegenüber. Das war schon toll.»

Gerade solche Begegnungen gefallen ihr an ihrem Job. «Der Kontakt zu den Künstlern und die Chats mit den Zuschauern sind genau das, was ich liebe.»

Aber auch, dass sie sehr selbstständig arbeiten kann. Zu ihren Interviewpartnern gehörten schon Persönlichkeiten wie Bastian Baker, Rapper Thomas D. von den Fantastischen Vier und Luca Hänni, und viele weitere.

Wie lange Tama Vakeesan, die mit ihren aus Sri Lanka stammenden Eltern in Langenthal wohnt und nach Zürich Oerlikon pendelt, diesen Job noch machen will, weiss sie nicht.

«Bei einem Jugendsender ist der Zeitraum beschränkt», ist sie sich bewusst. Sie kann sich aber gut vorstellen, auch nach «Joiz» als Moderatorin und Redaktorin zu arbeiten. «Bis jetzt habe ich allerdings in anderen Sendern kein Format gesehen, dass mir entsprechen würde», sagt sie und fügt mit einem Lachen an: «Aber wer weiss.»

Und wie reagieren die Eltern auf ihren ungewöhnlichen Job? «Am Anfang waren sie wenig begeistert davon. Schon als ich den Bankjob für den Lehrerinnenberuf aufgab, hatten sie ihre Bedenken. Als ich dann auch noch zur Moderatorin wurde, befürchteten sie, ich könnte abdriften», erzählt Tama Vakeesan offen. «Aber jetzt sehen sie, dass ich jeden Tag gerne zur Arbeit fahre und ich grossen Spass daran habe. Also freuen sie sich mit mir.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1