Stöcke, Handschuhe oder Schlittschuhe von Spitzeneishockeyspielern kaufen: Das möchten die beiden SC-Langenthal-Spieler Noël Guyaz und Thomas Walser auch im Oberaargau ermöglichen. Ihre Geschäftsidee ist einfach und hat sich bereits in Rapperswil SG bewährt. Dort, wo die beiden vor dieser Saison Spitzenhockey spielten. Sie verkaufen gebrauchte Sportkleider, Schuhe und Sportgeräte weiter, die sie von Spitzenspielern erhalten.

Die meisten Hockeyaner haben Ausrüstungsteile, das sie nicht mehr brauchen. Dabei sind diese oft kaum gebraucht. Jede Saison kommen neue Utensilien hinzu, und die alte Ware landet im Keller. Auf der anderen Seite gibt es viele Leute, die sich den teuren Sport kaum leisten können. Hier knüpfen Noël Guyaz und Thomas Walser an. «2nd Chance Hockey» nennt sich das Geschäft, die Internetseite und das Konzept. «Wir sind in Kontakt mit diversen A-Mannschaften und haben bisher vor allem von Zürich, Kloten oder Rapperswil Waren bezogen», sagt Guyaz.

Auch Liquidationsware im Angebot

Darunter habe es manchmal auch neue Stöcke oder neue Schlittschuhe, die nicht mehr gebraucht würden. «Wir können die Ware zu einem guten Preis weitergeben, beispielsweise an Amateurspieler oder Hobbyspieler, aber auch an jeden Kunden sonst.»

Ergänzt wird das Sortiment mit Liquidationsware. In Rapperswil laufe der Laden gut, die Nachfrage sei gross, nicht nur im Hockey, sondern auch im Golf oder Tennis. Die ursprünglichen Besitzer erhalten im Übrigen nach Verkauf der Ware die Hälfte des Verkaufspreises zurück.

«Wir wollen uns zuerst Richtung Ostschweiz ausbreiten und suchen in Uzwil ein geeignetes Lokal – in Langenthal wollen wir ebenfalls ein Lokal suchen.»

Sobald die beiden ein günstiges Lokal finden, wollen sie starten. «In der Regel haben wir ja nur zwei, drei Mal in der Woche geöffnet.» Guyaz würde dann das Geschäft in Langenthal betreuen und sein Partner Thomas Walser das Geschäft in Rapperswil.

Geschäftsidee abgekupfert

Guyaz, der nach einer schweren Verletzung gerade wieder Tritt fasst, ist ein Langenthaler Urgestein. Er begann in Langenthal seine Karriere und spielte beim ZSC, Ambri, Chur, Lugano (wo er 2003 Meister wurde) und Rapperswil-Jona.

Noch eine Saison lang will der 38-jährige Guyaz seine Hockeykünste auf dem Eisfeld zeigen, dann steigt er beim SCL als Trainer im Juniorenbereich ein.

Sein Kollege Thomas Walser wird sich nach dieser Saison von Langenthal verabschieden. «Er wird mehr oder weniger mit Hockey aufhören, weil er im Geschäft der Schwiegereltern eingestiegen ist», sagt Guyaz.

Die Geschäftsidee stammt von Joël Fröhlicher, Eishockey-Profi in Biel. Guyaz: «Ich kenne ihn schon seit unserem gemeinsamen Engagement in Lugano. Wir haben uns informiert und ihn angefragt, ob wir seine Idee abkupfern dürfen. Wir werden sicher mit ihm zusammenarbeiten.»