Kultur-Festival

Ein Festival im Namen der Hutter-Familie

Schang Hutter (r.) mit Kurator Rolf Walker (l.) und Michele Fiore (M.) neben seinem Esel.  Hanspeter Bärtschi Rolf Walker (sitzend) hatte die Idee, Schang Hutter (r.) und andere Hutter kamen: ans erste «Nomen est Omen»-Festival in Wangen a/A.  bar

Schang Hutter (r.) mit Kurator Rolf Walker (l.) und Michele Fiore (M.) neben seinem Esel. Hanspeter Bärtschi Rolf Walker (sitzend) hatte die Idee, Schang Hutter (r.) und andere Hutter kamen: ans erste «Nomen est Omen»-Festival in Wangen a/A. bar

Wangen an der Aare steht für den Monat Juli im Zeichen der Hutter. Das «Nomen est omen»-Festival setzt dieses Jahr ganz auf die Künstlerfamilie. Vor allem Schang Hutter.

Nichts weniger als ein ganzes Dorf suchte Rolf Walker, ein schwieriges Unterfangen. Als er eines Abends nach einem weiteren enttäuschenden Ausflug in der «Krone» in Wangen a/A beim Bier sass, ging ihm aber ein Licht auf. Er rief dann Gemeindeschreiber Peter Bühler an, wurde zum Gespräch geladen, und bald war klar: Hier wird das «Nomen est omen»-Festival stattfinden.

«Wir konnten uns einigen», sagt der Galerist und Gestalter aus Halten SO: «Die Idee gehört mir, der Veranstaltungsort ist Wangen, auch in den nächsten Jahren.» Walker setzt damit eine Idee um, die er schon lange mit sich rumtrug: ein Kulturfestival, das sich nur um einen einzigen Namen dreht. «Nomen est omen», heisst es: Der Name ist Verpflichtung.

Keine Verwandtschaften

Los gehts mit Hutter – Mutter aller «Nomen-Festivals» also. Für Walker ein naheliegender Entscheid. «Ich kenne Schang Hutter schon lange, er sagte sofort zu. Danach wars einfach. Auch Gardi Hutter zeigte sich rasch bereit», sagt Walker am Dienstagnachmittag im alten Pfarrhaus, wo er gerade daran ist, Bilder aufzuhängen.

Die Clownin unterbricht im Juli gar ihre Ferien für das Festival, das aber kein Familientreffen ist, denn die fünf Hauptpersonen sind nicht miteinander verwandt. Es sind:

Schang Hutter stellt rund 30 seiner Skulpturen aus;

Gardi Hutter tritt mit ihrem Programm zweimal im Salzhaus auf;

Philipp Hutter, Solotrompeter, tritt mit der Brass Band Oberaargau auf;

Anje Hutter zeigt in der Städtligalerie ihre Bilder;

Peter Hutter zeigt seine surrealistischen Werke im alten Pfarrhaus.

Die «Shoah» steht beim Schloss

Draussen vor dem Pfarrhaus sitzt Schang Hutter im Schatten und gibt seinen beiden Assistenten Reto Bärtschi und Michele Fiore Anweisungen, wie sie seine Esel-Skulptur platzieren und zusammenbauen müssen. «Das ist eine gute Idee, da brauchte ich nicht überlegen, ob ich mitmache», sagt Hutter zu Walkers Idee.

Ein kurzer Spaziergang durchs Dorf zeigt schon jetzt, wohin die Reise im Juli führt. Viele Skulpturen Hutters stehen schon in den Gassen, im Schlosspark beispielsweise die berühmte «Shoah». Und auch die Städtligalerie ist bereits auf Hutter eingestellt. «Wir haben uns da für die nächste Zeit eingemietet», sagt Walker. Zum Programm gehören etwa auch Walkers «Kunstkiosk», eine Festivalbar und Anlässe.

Kunst und Kultur umsonst

Rolf Walker nimmt mit dem «Hutter-Festival» jetzt quasi das Städtchen in Beschlag. «Einen Monat lang gibt es hochkarätige Kunst umsonst», sagt er. Er rechnet mit 10000 bis 20000 Besuchern. «Ein Geschäft wollen wir aber nicht machen.» Walker, die Gemeinde und der Verein «Regio W» übernehmen zu gleichen Teilen eine Defizitgarantie.

Rolf Walker kümmert sich aber auch schon um das nächste Festival und einen neuen Namen. Ideen hat er. «Wenn man etwas überlegt, kommt man rasch auf ein paar Leute. Fragt sich nur, in welchem Gebiet.» Diesmal also steht die bildende Kunst im Zentrum, und damit eben vor allem einer.

Schang Hutter hat sich allerdings nie viele Gedanken zu seinem Familiennamen gemacht. Er sagt: «Das ist halt mein Name.»

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