Kolumne
Amateure am Werk

Im Fall "Nuzzolo" ist noch immer keine Entscheidung gefallen. Allein, dass sich die Disziplinarkommission und das Rekursgericht der Swiss Football League so viel Zeit lassen, ist ein Skandal.

Markus Brütsch
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Am 30. Mai wird Raphaël Nuzzolo im Barragespiel gegen Aarau vom Platz gestellt. Er soll in Richtung Schiedsrichter gespuckt haben. Der Spieler von Xamax bestreitet die Tat, Videobilder, die ihn belasten, gib es keine. Die Disziplinarkommission der Swiss Football League benötigt vier Wochen(!), um ein Urteil zu fällen. Nuzzolo erhält vier Spielsperren. Die Erste hat er bereits im Barrage-Rückspiel abgesessen.

Xamax legt fristgerecht Rekurs ein. Es ist Anfang Juli und zu erwarten, dass das Rekursgericht den Fall bis zum Saisonstart am 19. Juli behandelt. Aber nichts geschieht. Es heisst, Grund dafür seien u.a. Ferienabwesenheiten. Selbst jetzt, Ende Juli, herrscht noch keine Klarheit. Nuzzolo hat wegen der aufschiebenden Wirkung inzwischen gegen Thun (zwei Tore) und YB gespielt . Was denkt man in Thun über die Untätigkeit in Muri bei Bern? Vielleicht: Was sind das bloss für Amateure?

In dieser Woche soll der Fall nun behandelt werden. Nuzzolo sagt, es gehe ihm nicht primär um eine reduzierte Sperre, sondern um seine Ehre, um die Vorbildfunktion. Er fragt: «Was soll ich einem Buben antworten, der wissen will, warum ich das gemacht habe? Wo ich doch gar nichts getan habe, nicht einmal auf den Boden gespuckt und auch nicht den Schiri beleidigt.» Alles andere als ein Freispruch wäre für Nuzzolo ein Skandal. Was der Fall wegen seiner Verschleppung aber ohnehin längst ist.

Raphaël Nuzzolo (links) beteuert gegenüber Schiedsrichter Stephan Klossner seine Unschuld. (Bild: key).

Raphaël Nuzzolo (links) beteuert gegenüber Schiedsrichter Stephan Klossner seine Unschuld. (Bild: key).