Block 1 des AKW Beznau kann nach drei Jahren wieder hochgefahren werden und Strom liefern. Die Nuklearaufsichtsbehörde Ensi hat die Anlage als sicher eingestuft, nachdem die Axpo Abklärungen über die 2015 entdeckten Einschlüsse im Reaktordruckbehälter getroffen hat.

Die Axpo habe nachgewiesen, dass die im Stahl des Reaktordruckbehälters gefundenen Aluminiumoxid-Einschlüsse keinen negativen Einfluss auf die Sicherheit haben, sagte Ensi-Direktor Hans Wanner am Dienstag vor den Medien in Brugg AG. Aus sicherheitstechnischer Sicht spreche nichts dagegen, dass Beznau 1 wieder ans Netz gehen könne.

Der Ring C, der mittlere Teil des 150 Tonnen schweren und acht Meter hohen Reaktordruckbehälters, erfüllt laut Ensi nach wie vor die Anforderungen der Ausserbetriebnahmeverordnung des Eidg. Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek). Die so genannte Sprödbruchreferenztemperatur liegt auch mit der restriktiveren von zwei Messmethoden unterhalb des Grenzwertes.

Zuerst in Belgien entdeckt

Einschlüsse von Fremdmaterial, wie sie zum dreijährigen Unterbruch in Beznau führten, waren zuerst 2012 im Reaktordruckbehälter eines belgischen AKW registriert worden. Darauf wurden auch die Schweizer Behörden aktiv. Die vier Schweizer AKW mit ihren fünf Blöcken mussten zuerst dem Ensi Informationen über Herstellung, Grundwerkstoff und Prüfung der Reaktordruckbehälter-Schmiedeteile vorlegen.

Als der Reaktordruckbehälter von Block 1 des AKW Beznau bei der Jahresrevision mit Ultraschall untersucht wurde, kamen Einschlüsse zum Vorschein. Damit begann für die Axpo ein drei Jahre dauernder Prozess, bei dem schlussendlich der Nachweis erbracht wurde, dass die Einschlüsse nicht vom Betrieb, sondern von der Fertigung stammten.

Bei der Prüfung des Reaktordruckbehälters seien neue internationale und weltweit einzigartige Standards gesetzt worden, sagte Axpo-CEO Andrew Walo zwei Stunden nach den Ensi-Vertretern an einer weiteren Medienkonferenz in Brugg AG. Über 50 Experten und viele spezialisierte Unternehmen hätten dabei mitgearbeitet.

Teure Untersuchung

Die gesamte Untersuchung kostete die Axpo rund 350 Millionen Franken. Der Grossteil davon, nämlich 270 Millionen, entfallen allerdings auf die Ersatzbeschaffung von Strom für die ausgefallene Produktion.

Herausgefunden wurde, dass das in der Hülle des Reaktordruckbehälters entdeckte Fremdmaterial aus Aluminiumoxid besteht. Beim Studieren der Unterlagen der französischen Metallschmiede, welche das Teil in den 1960er-Jahren gegossen hatte, fand man heraus, dass zur Beruhigung des flüssigen Metalls Aluminium beigegeben werden.

Dieses Metall schloss sich dann im Stahl ein, ohne weitere Reaktionen auszulösen. Damit man ganz sicher sein konnte, baute man eine Replika des Reaktordruckbehälters mit dem selben Methoden nach und fand auch dort Aluminiumoxid-Einschlüsse.