Uhrenmarkt
Geschlossene Uhrenläden: Swatch Group schreibt erstmals in ihrer Geschichte einen Verlust

Das Coronajahr 2020 hat der Swatch Group mit Marken wie Omega, Longines und Tissot erheblich zugesetzt. Es resultierte ein Reinverlust von 53 Millionen Franken. Dieser hat historische Dimensionen.

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Erstmals seit 1983 rote Zahlen: Swatch-Group-Chef Nick Hayek.

Erstmals seit 1983 rote Zahlen: Swatch-Group-Chef Nick Hayek.

Oliver Menge / D5

(abi/pmü) Der Nettoumsatz des Bieler Konzerns sank um 32,1 Prozent auf knapp 5,6 Milliarden Franken, wie Swatch am Donnerstag mitteilte. Allerdings konnte der Konzern den Umsatz im zweiten Halbjahr gegenüber der ersten Jahreshälfte massiv steigern. Swatch-Konzernchef Nick Hayek sieht Licht am Ende des Tunnels, wie er im vergangenen November am SwissMediaForum erklärte: In China laufe das Geschäft inzwischen wieder hervorragend, sagte Hayek, und mit Verzögerung werde es auch anderswo auf der Welt wieder anziehen.

Der Betriebsgewinn betrug 2020 noch magere 52 Millionen Franken. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch 1,02 Milliarden Franken gewesen. Damit resultierte unter dem Strich ein Konzernverlust von 53 Millionen Franken nach einem Konzerngewinn von 748 Millionen im Vorjahr, wie es weiter heisst. Laut Financial Times handelt es sich um den ersten Reinverlust seit Gründung der Swatch Group im Jahr 1983. Das Unternehmen ging damals aus der Fusion von ASUAG und SSIH hervor.

Als Gründe führt die Swatch Group an, dass viele Retailgeschäfte über längere Zeit geschlossen bleiben mussten. «Insbesondere die von der Swatch Group betriebenen Geschäfte an den Flughäfen und Reisedestinationen leiden bis heute stark unter den ausbleibenden Touristen», heisst es in der Mitteilung.

Für das kommende Jahr erwartet die Konzernleitung weltweit einen starken Nachholbedarf beim Konsum von Uhren und Schmuck. Der Konzern sehe gute Chancen, dass sich die Umsätze in Lokalwährungen denjenigen von 2019 annähern werden, mit deutlich verbesserten Margen, heisst es weiter. Zudem lag der Auftragsbestand im Produktionsbereich per Ende Jahr nur noch 4 Prozent unter dem Vorjahr.

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