Medien
Nach Coronaschock: TX Group steigert Ergebnis und gründet mit Konkurrent Ringier eine neue Online-Allianz

Nach dem Einbruch in der Coronapandemie erholt sich der Medienkonzern TX Group. Und er gründet mit Konkurrent Ringier ein gemeinsames Unternehmen für Ricardo.ch, Scout24.ch und Co.

Samuel Thomi
Drucken
Teilen
Die Medienkonzerne TX Group und Ringier bündeln ihre Online-Marktplätze in einer Firma und wollen diese dann an die Börse bringen.

Die Medienkonzerne TX Group und Ringier bündeln ihre Online-Marktplätze in einer Firma und wollen diese dann an die Börse bringen.

Pius Amrein

Der Schweizer Medienkonzern TX Group hat sein Ergebnis im ersten Halbjahr 2021 wieder deutlich steigern können. Wie der Besitzer von «Tages-Anzeiger» oder «20 Minuten» am Dienstag mitteilte, stieg der Konzernertrag gegenüber der Vorjahresperiode insgesamt um 5,1 Prozent auf gut 453 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis vor Fusionseffekten kletterte derweil auf gut 48 Millionen (Vorjahreszeitraum: 12,3 Millionen).

Gleichzeitig mit den Halbjahreszahlen künden TX Group, Konkurrent Ringier sowie dessen Mitbesitzerin Mobiliar und General Atlantic ein neues Online-Werbeunternehmen an. Laut gemeinsamer Mitteilung soll dieses alle Online-Marktplätze der beiden beteiligten Schweizer Medienkonzerne enthalten. Der vierte Partner ist ein international tätiger Finanzinvestor.

Ziel: Neues Unternehmen an Börse bringen

Konkret will TX Group unter anderem seine Plattformen Ricardo, tutti.ch, Homegate sowie «Car For You» in das neue gemeinsame Unternehmen einbringen. Ringier sowie die Mobiliar steuern die Scout24-Gruppe bei, welche etwa die Plattformen ImmoScout24, AutoScout24, MotoScout24, FinanceScout24 oder anibis.ch betreibt.

Wie die vier Parteien schreiben, soll mit dem Joint Venture auf einen Schlag «eines der grössten Digitalunternehmen der Schweiz» entstehen. Alle involvierten Parteien sollen daran mit Minderheiten-Anteilen beteiligt sein. Mittelfristig soll das neue Online-Unternehmen zudem an die Börse gebracht werden. Ein detaillierter Zeitplan dazu wird nicht genannt.

Internationalen Tech-Giganten die Stirn bieten

Laut TX-Präsident Pietro Supino ist das neue Unternehmen «für alle Beteiligten ein grosser Schritt». Für den Standort Schweiz werde dieses zudem «eine vielversprechende, digitale Perspektive im zunehmend internationalen Wettbewerb aufzeigen». Und Ringier-CEO Marc Walder wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: «Damit entsteht in der Schweiz ein einzigartig positioniertes Unternehmen.»

Im letzten Jahr musste die TX Group einen Umsatzrückgang von 143,8 Millionen Franken auf 935,8 Millionen hinnehmen. Dies entsprach einem Minus von 13,3 Prozent. Grund dafür waren unter anderem die im Zuge der Coronakrise eingebrochenen Werbeumsätze.

Aktuelle Nachrichten