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Das Publikum ist jung, reich und urban: Vegane Burger erleben einen Boom

In den vergangenen fünf Jahren ist die Nachfrage nach Fleischersatzprodukten stark gestiegen. Die Käufer sind meist jung und finanziell gut situiert.

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Pflanzen, angerichtet als Fleisch: Produkte wie beispielsweise Soja-Rindsfilet erfreuen sich bei Wohlhabenden grosser Beliebtheit.

Pflanzen, angerichtet als Fleisch: Produkte wie beispielsweise Soja-Rindsfilet erfreuen sich bei Wohlhabenden grosser Beliebtheit.

Stefan Kaiser

Seit 2016 konnten Schweizer Detailhändler den Umsatz mit Fleischersatzprodukten aus Soja und anderen proteinreichen pflanzlichen Nahrungsmitteln nahezu verdoppeln. Dies meldete das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Montag. Im letzten Jahr wurden demnach mit entsprechenden Waren 117 Millionen Franken Umsatz gemacht. Zum Vergleich: Fünf Jahre zuvor waren es noch 60 Millionen gewesen. Der Verkauf von Fleischersatzprodukten weist damit gemäss BLW ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 18,4 Prozent auf. Besonders beliebt sind Burger: Bereits jedes sechste im Detailhandel abgesetzte Stück besteht aus pflanzlichen Rohstoffen.

Der Fleischersatz-Boom beschränkt sich laut BLW aber auf eine bestimmte Gesellschaftsgruppe, die allerdings besonders zahlungskräftig ist. Am höchsten sei die Nachfrage nämlich bei Familienhaushalten mit bis zu zwei Kindern in der Deutschschweiz, deren Bewohner unter 50 Jahre alt sind sowie bei gutverdienenden städtischen Haushalten. Am wenigsten gut laufen die Fleischersatzprodukte demnach auf dem Land und in der Romandie sowie bei Haushalten mit geringen Einkommen.

Nahezu alle in Fleischersatzprodukten verwendeten pflanzlichen Proteine stammen laut BLW übrigens aus dem Import. Für die Schweizer Landwirtschaft biete der Markt in Zukunft aber ein grosses Potenzial, heisst es in der Mitteilung. (wap)

Der Konsum von Fleischersatzprodukten nimmt in der Schweiz zu.

KEYSTONE SDA

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