Spezialchemie
Clariant steigert die Profitabilität

Der Chemiekonzern ist mit niedrigeren Verkäufen ins Geschäftsjahr 2021 gestartet, hat aber höhere Margen erzielt.

Roman Schenkel
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Das Chemiewerk der Firma Clariant in Muttenz.

Das Chemiewerk der Firma Clariant in Muttenz.

Keystone

Clariant kämpft sich langsam aus der Coronakrise. Für das erste Quartal vermeldet der Spezialchemiekonzern mit Sitz in Muttenz (BL) einen Umsatz von 1,002 Milliarden. Das ist ein Minus von 2 Prozent. Allerdings ist der Rückgang währungsbedingt: Ohne den starken Schweizer Franken wäre der Umsatz um 2 Prozent gewachsen. Dies sei vor allem auf Preiserhöhungen von Produkten zurückzuführen, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.

Den niedrigeren Verkäufen steht allerdings eine höhere Profitabilität gegenüber. Clariants Vorsteuergewinn lag nach drei Monaten bei 164 Millionen Franken, das waren 4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die entsprechende Marge kletterte entsprechend um einen Prozentpunkt auf 16,4 Prozent. Damit übertraf Clariant die Erwartungen der Analystenschar. Den Reingewinn nennt das Unternehmen nicht.

«Das erste Quartal 2021 zeigte sowohl Clariants Rückkehr zu Wachstum als auch eine sequenzielle Verbesserung des Konzernergebnisses. Dieser Fortschritt wurde durch unser Portfolio attraktiver Geschäfte und die disziplinierte Umsetzung unserer Strategie sowie unserer Programme zur Performance-Verbesserung erzielt», sagte Konzernchef Conrad Keijzer gemäss einer Mitteilung.

Chemikalien in Feuerlöschschaum: Tochterfirma von Clariant in den USA angeklagt

Ebenfalls mit den Quartalszahlen gab das Unternehmen bekannt, dass es in den USA als ehemaliger Hersteller der Chemikalien Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) in eine rechtliche Auseinandersetzung involviert ist. Clariant könne die Folgen derzeit noch nicht abschätzen. Es sei unklar, ob diese Auseinandersetzung einen wesentlichen Einfluss auf das Finanzergebnis haben wird.

Konkret wurde eine US-Tochtergesellschaft zusammen mit vielen anderen Unternehmen beklagt, erklärte Konzernchef Conrad Keijzer. Es gehe um die Verwendung der oben genannten Chemikalien in Feuerlöschschaum. Dieses Geschäft hat Clariant 2013 verkauft. In den USA haben viele Feuerwehrleute wegen des verwendeten Löschschaumes geklagt. Sie behaupten, dass sie nach jahrelanger Verwendung schwere Verletzungen erlitten hätten. So hätten die Hersteller von Feuerlöschschaum nicht vor dem Krebsrisiko gewarnt.

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