Schweizer Börse
Computermäuse verdrängen Plastikuhren: Swatch fliegt aus dem SMI, Logitech steigt zu den Bluechips auf

Im wichtigsten Schweizer Aktienindex kommt es zu einer historischen Verschiebung. Der Uhrenhersteller muss dem stark wachsenden IT-Unternehmen Platz machen.

Daniel Zulauf
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Logitech-Produkte sind in der Pandemie wegen Homeoffice stark gefragt.

Logitech-Produkte sind in der Pandemie wegen Homeoffice stark gefragt.

pd

Im SMI, dem Index der 20 wertvollsten Unternehmen an der Schweizer Börse kommt es zu Veränderungen historischen Ausmasses: Die Aktien des Uhrenherstellers Swatch Group werden aus dem Index ausgeschlossen, jene der Computerzubehörspezialistin Logitech aufgenommen.

Die Swatch-Titel waren 1993 in den Index vorgestossen. Damals hiess der Konzern noch SMH. Es war die Zeit, in der das Unternehmen noch voll im Aufschwung stand. Von der 1983 lancierten Plastikuhr Swatch liefen in jenen Jahren um die 20 Millionen Stück pro Jahr über das Fliessband. Im vergangen Pandemiejahr musste der Konzern zum ersten Mal seit 37 Jahren einen Verlust ausweisen. Aktienkurs und damit der Börsenwert, entscheidend für die SMI-Zusammensetzung, sanken stark. Die Swatch Group bleibt aber für die hiesige Wirtschaft ein sehr bedeutendes Unternehmen. Von den weltweit rund 32'000 Mitarbeitenden sind über 16'000 in der Schweiz tätig.

Logitech: Weniger als 200 Personen arbeiten in der Schweiz

Bei der 1981 im Waadtland gegründeten Logitech ist die Situation genau umgekehrt. Die Firma, die einst mit der Herstellung Computermäusen gross geworden war und inzwischen eine Vielzahl von Geräten herstellt, beschäftig ihre rund 6'600 Mitarbeitenden vor allem im Ausland. In der Schweiz dürfte die Belegschaft weniger als 200 Personen betragen.

Logitech war bereits in den frühen 2000er-Jahren ein Dauerkandidat für die Aufnahme in den SMI. Doch der Sprung gelang doch nie ganz, denn die Geschäftsentwicklung des Jungunternehmens begann sich abzuflachen. Nach der Finanzkrise musste der Konzern ein grösseres Restrukturierungsprogramm mit einem Stellenabbau durchziehen.

Inzwischen ist Logitech an der Börse wieder rund 20 Milliarden Franken wert. Die Swatch Group kommt auf 16 Milliarden Franken, zu Jahresbeginn lag er gar noch tiefer. Die neue SMI-Zusammensetzung gilt ab dem 20. September.

In einer früheren Version des Artikels waren die Mitarbeitendenzahlen von Swatch und Logitech falsch angegeben. Swatch hat 32'000 Angestellte, nicht 17'000. Logitech hat 6'600 Mitarbeitende, nicht 10'000.

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