Schweiz – EU
Ohne Rahmenabkommen: BAK-Ökonomen sehen Exportbranche gefährdet

Ein Scheitern des Rahmenabkommens würde Nachteile für die Schweizer Exportindustrie bringen. Das zeigt eine Analyse von BAK Economics. Bedeutende Einbussen drohten demnach bereits ab nächster Woche.

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Ein Scheitern des Rahmenabkommens führt laut BAK Economics zu höhere Kosten in der Medtech-Branche. (Symbolbild)

Ein Scheitern des Rahmenabkommens führt laut BAK Economics zu höhere Kosten in der Medtech-Branche. (Symbolbild)

Keystone

Es ist eine der zentralen Fragen in den Verhandlungen um das Rahmenabkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union: Welche Folgen hätte ein Scheitern des Vertrags für die Schweiz? Die Antworten darauf fallen alles andere als klar aus. Nicht zuletzt auch deswegen, weil sich der Bundesrat aus taktischen Gründen nicht in die Karten blicken lässt.

Eine mögliche Antwort liefern nun die Analysten von BAK Economics. Demnach könnten Rückschritte bei den technischen Handelshemmnissen die Güterexporte der betroffenen Branchen bis 2040 um insgesamt zwölf Prozent schrumpfen lassen, wie das Institut in einer Mitteilung vom Freitag schreibt. Nicht nur das: Den Branchen drohen bereits ab dem 26. Mai bedeutende Einbussen.

Bis 2040 verringern sich gemäss Berechnungen des BAK die Güterexporte um kumuliert 12 Prozent in den von technischen Handelshemmnissen betroffenen Branchen.

Bis 2040 verringern sich gemäss Berechnungen des BAK die Güterexporte um kumuliert 12 Prozent in den von technischen Handelshemmnissen betroffenen Branchen.

BAK

Höhere Kosten entstehen laut BAK zunächst für den Medtech-Sektor. Dieser müsste seine Produkte doppelt zertifizieren und einen sogenannten «Authorised Representative» registrieren lassen. Gleiches gelte für die EU-Exporte in die Schweiz. Diese Doppelspurigkeiten führten dazu, dass sich Schweizer Exporte verteuerten und die Wettbewerbsfähigkeit auf den internationalen Märkten geschmälert würde. Zudem belasteten steigende Preise im Inland Konsumenten und Unternehmen.

Ohne Bilaterale I gingen Exporte bis 2040 zurück

Ein Teil dieser Belastungen kann gemäss den Berechnungen von BAK durch gegenläufige Effekte wieder kompensiert werden, etwa durch eine verstärkte Produktion im Inland. Trotzdem werde bei einem Wegfall der Bilateralen Verträge I die gesamten Schweizer Exporte im Jahr 2040 um rund 2,4 Prozent tiefer liegen.

Bereits am Donnerstag gelangte ein Geheimpapier des Bundesrats an die Medien. Die Bundesverwaltung listet darin 24 Politikfelder auf, die betroffen wären, sollte der Rahmenvertrag mit der EU scheitern. Das Fazit: Ein Nichtzustandekommen des Vertrags hätte gravierende Folgen für Schweiz, vor allem in den Bereichen Landwirtschaft, Strom und öffentliche Gesundheit. (dpo)

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