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Roche trifft die Konkurrenz ihrer Krebsmedikamente hart

Der Basler Pharmakonzern muss vergangenes Jahr eine Umsatzeinbusse von 5 Prozent hinnehmen. Der Gewinn konnte das Unternehmen dennoch steigern.

Andreas Möckli
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Seit vielen Jahren verzeichnet Roche erstmals wieder einen Umsatzrückgang.

Seit vielen Jahren verzeichnet Roche erstmals wieder einen Umsatzrückgang.

Keystone

Das erste Mal seit vielen Jahren verzeichnet Roche einen Rückgang der Verkäufe: Der Umsatz im vergangenen Jahr sank um 5 Prozent auf 58,3 Milliarden Franken, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Werden die Effekte des starken Frankens herausgerechnet, resultiert ein Wachstum zu konstanten Wechselkursen von 1 Prozent. Der Betriebsgewinn (auf Stufe Ebit) stieg dennoch um 6 Prozent auf 18,5 Milliarden Franken. Daraus resultiert eine Marge von 31,7 Prozent. Der Gewinn stieg um 7 Prozent auf 15,1 Milliarden Franken.

Besonders spürte der Pharmakonzern die Konkurrenz durch Kopien seiner älteren Krebsmedikamente. Deren Patentschutz lief in den letzten Jahren aus. Dies allein verursachte eine Einbusse von rund 5,7 Milliarden Franken. Auch die Coronapandemie wirkte sich auf das Pharmageschäft aus. Die Krise traf vor allem Arzneimittel, für die Besuche bei Ärzten oder Spitälern nötig sind, etwa für Infusionen von Medikamenten.

Bedeutender Beitrag in Coronakrise

Konzernchef Severin Schwan hebt in der Mitteilung die Leistung in der Bekämpfung der Coronakrise hervor: «Roche leistet weiterhin einen bedeutenden Beitrag zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie.» So habe das Unternehmen in Rekordzeit ein umfassendes Portfolio an diagnostischen Lösungen entwickelt und im Rahmen von Partnerschaften wichtige Beiträge zur Entwicklung und Produktion von wirksamen Medikamenten geleistet.

Entsprechend stark hat die Diagnostiksparte abgeschnitten. Deren Umsatz stieg um 14 Prozent auf 13,8 Milliarden Franken. Dieses Wachstum sei in erster Linie aufgrund des «weltweit führenden Portfolios» an Coronatests möglich gewesen. Die Verkäufe mit diagnostischen Lösungen für Covid-19 und in der Notfalldiagnostik hätten die krisenbedingten Umsatzrückgänge in der Diagnostik anderer Krankheiten deutlich übertroffen.

Die älteren Krebsmedikamente werden weiterhin stark durch die Konkurrenz der Kopien belastet werden. Dennoch blickt Roche vorsichtig optimistisch ins laufende Jahr. Der Pharmakonzern rechnet mit einem Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich (ohne Währungseffekte). Die Dividende steigt um 1 Prozent auf 9.10 Franken pro Aktie.

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