Protestaktion
17,44 Franken Stundenlohn: Gewerkschaft kritisiert Post-Tochter Epsilon

Syndicom protestiert gegen ein neues Lohnsystem der Post-Tochter Epsilon. Bereits in Vergangenheit musste Epsilon eine Busse bezahlen, weil es sich nicht an die Mindestlöhne hielt.

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20 Angestellte von Epsilon demonstrieren am Mittwoch vor dem Post-Hauptsitz in Bern. (Symbolbild)

20 Angestellte von Epsilon demonstrieren am Mittwoch vor dem Post-Hauptsitz in Bern. (Symbolbild)

Keystone

Syndicom spricht von einem «skandalösen Tiefstlohn», den Epsilon künftig seinen Angestellten ausbezahle. Die Post-Tochter ist im Bereich der Frühzustellung von Zeitungen und in der Zustellung von Werbung tätig. Konkret sieht das neue Lohnsystem des Westschweizer Unternehmens einen Stundenlohn von 17,44 Franken vor, wie die Gewerkschaft in einem Communiqué schreibt. Daher demonstriert eine Gruppe von über 20 Angestellten von Epsilon am Mittwoch vor dem Posthauptsitz in Bern.

Wegen dem neuen Lohnsystem müssten viele Zeitungsausträger Lohneinbussen von bis zu 600 Franken pro Monat hinnehmen, kritisiert Syndicom. Zudem wüssten die Angestellten nicht, wie viele Touren sie bekommen und wie viele Stunden ihnen dafür angerechnet werden. Laut Angaben von Syndicom soll den Zeitungsausträgern darüber hinaus auch die Krankentaggeldversicherung gestrichen werden.

«Diese Situation ist eine Schande», sagt Pierre-Yves Maillard, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB).

Keystone-SDA

Epsilon musste bereits zuvor Busse bezahlen

Epsilon und die Post schöben den Markt vor, um die Tiefstlöhne zu legitimieren, zitiert die Mitteilung Daniel Münger. «Wir müssen aber feststellen, dass allein der Wille fehlt», so der Präsident von Syndicom. «Wir erwarten, dass die Post gegen diese Hungerlöhne im Konzern vorgeht.»

Mit dem Stundenlohn von 17,44 Franken unterbieten die Post und Epsilon gemäss der Gewerkschaft gar den von der Postkommission (Postcom) festgelegten Mindestlohn für Zeitungsausträger. Tatsächlich brummte die Postcom bereits letztes Jahr Epsilon eine Busse von 180'000 Franken auf. Das Unternehmen hat sich nicht an den im Postsektor üblichen Mindestlohn von 18,27 Franken pro Stunde gehalten.