Pharmabranche
Novartis erwägt Trennung von Tochterfirma Sandoz

Die Generika-Unit der Novartis kann mit den Wachstumszielen des Konzerns nicht mithalten. Nach einem negativen 9-Monats-Ergebnis prüft Novartis einen Verkauf.

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Der Pharmakonzern Novartis ist aus den Basler Chemiefirmen Sandoz und Ciba Geigy hervorgegangen.

Der Pharmakonzern Novartis ist aus den Basler Chemiefirmen Sandoz und Ciba Geigy hervorgegangen.

Gaetan Bally

Novartis und die Tochterfirma Sandoz befinden sich schon seit längerem nicht mehr auf dem gleichen Wachstumspfad: Allein in den vergangenen neun Monaten steigerte Novartis den Umsatz um vier Prozent. Bei Sandoz ging der Umsatz im gleichen Zeitraum um vier Prozent zurück. Nun scheint die Geduld mit der Generikadivision am Ende. «Es ist jetzt der richtige Moment für eine strategische Überprüfung», sagt CEO Vas Narasimhan am Dienstag vor den Medien. Dabei würden alle Optionen geprüft – bis hin zur Trennung. Wie es mit Sandoz weitergeht, werde Ende 2022 bekannt gegeben.

Es stelle sich die Frage, ob die Sandoz als Teil von Novartis optimal funktioniere, so Narasimhan. Im Fokus stehe dabei der maximale Nutzen für die Aktionäre. Weiter betonte der CEO, dass die heutige Sandoz mit dem Vorgängerunternehmen der Novartis nur noch den Namen gemein habe. Das innovative Erbe der alten Sandoz bleibe Teil der Novartis. Die heutige Sandoz sei eine reine Generika-Abteilung. Da die Novartis als Gesamtkonzern auf starkes Umsatzwachstum durch Medikamente mit hoher Wertschöpfung setze, müsse man sich fragen, ob eine solche im Unternehmen überhaupt noch Sinn mache.

Novartis konnte das Betriebsergebnis im dritten Quartal um 32 Prozent auf rund 3,2 Milliarden US-Dollar steigern. Der Nettoumsatz wuchs gegenüber dem Vorjahresquartal um fünf Prozent auf rund 13 Milliarden Dollar. Der Pharmakonzern kam nach einem verhaltenen Start im zweiten Quartal in Fahrt. In den ersten drei Monaten des Jahres verzeichnete der Konzern noch rückläufige Zahlen beim Nettoumsatz und Reingewinn. Als Grund dafür nannte Novartis die Coronapandemie. (wap/abi)

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