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Erstmals zeigen Zahlen: Im Schweizer Rohstoffsektor arbeiten rund 10'000 Personen

Zum ersten Mal liegen Beschäftigungszahlen zum Schweizer Rohstoffsektor vor. Die Branche umfasst fast 10'000 Arbeitsplätze, die meisten davon sind in Genf, Zug und im Tessin.

Dario Pollice
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Das weltweit grösste Rohstoffunternehmen Glencore hat seinen Hauptsitz im Kanton Zug.

Das weltweit grösste Rohstoffunternehmen Glencore hat seinen Hauptsitz im Kanton Zug.

Keystone

Die Schweiz ist bekanntlich eine der weltweit wichtigsten Drehscheiben für den Handel mit Rohstoffen. Dies führt immer wieder zu hitzigen Diskussionen, jüngst etwa im Rahmen der sogenannten Konzernverantwortungsinitiative. Nicht selten wird Kritikern des Rohstoffsektors dabei entgegengehalten, dass die Branche Arbeitsplätze schafft. Zu diesen liegen nun zum ersten Mal offizielle Zahlen vor.

Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) und das Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) am Montag mitgeteilt haben, zählte die Schweiz 2018 rund 900 Rohstoffhändler, die gut 9800 Personen beschäftigten. Bei den Zahlen handelt es sich allerdings um eine grobe Schätzung.

Brennstoffe in Genf – Erz und Metalle in Zug

Rund drei Viertel der Arbeitsplätze verteilten sich demnach auf die Kantone Genf (44 Prozent), Zug (21,4 Prozent) und Tessin (9,5 Prozent). Zudem beschäftigten die Kantone Waadt und Zürich 8,5 respektive 6 Prozent der rund 9800 Personen im Rohstoffsektor. Aufgrund der sich ständig ändernden Strategien der Akteure und deren Geschäftsmodelle sei eine statistische Messung schwierig, heisst es in der Mitteilung des Bundes.

Die Tätigkeiten der hier ansässigen Unternehmen fallen je nach Region unterschiedlich aus. Beispielsweise steht im Kanton Genf der Brennstoffhandel im Vordergrund während Händler des Kantons Zug eher im Erz- und Metallhandel tätig sind. Im Kanton Waadt ist die Palette der gehandelten Rohstoffe laut Mitteilung dagegen vielfältiger.

Mehr als die Hälfte arbeitet in ausländischen Unternehmen

Darüber hinaus zeigen die Schätzungen des BFS und Seco, dass im Vergleich zur Gesamtwirtschaft der Rohstoffhandel weniger Beschäftigte in grossen Unternehmen (250 Beschäftigte und mehr) zählt. Dies weil es für den Rohstoffhandel keine grossen Personalbestände brauche. Auch spielen multinationale Unternehmen, vor allem ausländische, mit Blick auf die Beschäftigung eine bedeutende Rolle: Mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze geht auf das Konto von ausländischen Unternehmensgruppen.

Verglichen mit der Gesamtwirtschaft ist das Beschäftigungswachstum zwischen 2017 und 2018 im Rohstoffhandel hierzulande stärker ausgefallen, nämlich um 2,8 Prozent gegenüber 1,3 Prozent.