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Höhere Dichte als Berlin: In Zürich boomt der Verleih von E-Trottinetts weiter

Der Markt für Verleiher von elektronischen Trottinetts trotzt der Coronakrise. Während das Geschäft in Europas Hochburgen Berlin oder Kopenhagen stagniert, geht der Boom in Zürich munter weiter.

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E-Trottinetts gehören in Zürich (Bild) längst zum Strassenbild. Nun ziehen andere Schweizer Städte langsam mit der Zulassung nach.

E-Trottinetts gehören in Zürich (Bild) längst zum Strassenbild. Nun ziehen andere Schweizer Städte langsam mit der Zulassung nach.

Keystone

(wap/sat) E-Trottinetts haben europäische Metropolen in den letzten Jahren regelrecht geflutet. Das schreibt die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) am Freitag in einer Mitteilung. Eine Studie von ZHAW-Studierenden zeigt nun, dass der Markt für elektrische Trottinetts in Berlin und Kopenhagen mittlerweile stagniert, derweil in Zürich aber munter weiter wächst. Und dies trotz der Coronakrise. Die bevölkerungsreichste Stadt der Schweiz befindet sich damit laut ZHAW jedoch in einer ähnlichen Phase wie Paris und Barcelona, wo der Markt derzeit ebenfalls noch weiter wächst.

Der Vergleich von sieben europäischen Grossstädten zeigte denn auch: Nirgendwo ist das Angebot an E-Trottinett-Sharing so dicht wie in Zürich. Hier stehen mit 4000 E-Trottinetts über acht Fahrzeuge pro 1000 Einwohner zur Nutzung bereit. Studienleiter Christof Kraft vermutet jedoch, dass es auch in Zürich bald zu einer Marktsättigung kommen könnte. Darauf verwiesen stagnierende Zahlen von Berlin und Kopenhagen. «Es bleibt zu beobachten, ob in Zukunft auch in anderen Städten eine Stabilisierung der Zahlen eintritt oder ob teilweise sogar ein Rückgang aufgrund von gesetzlichen Einschränkungen erfolgt», wird Studienleiter Kraft in der Mitteilung der ZHAW zitiert.

Deutschschweizer Städte ziehen nach

So sind denn auch in Zürich bereits Massnahmen ergriffen worden, um den E-Trotti-Markt zu regulieren. Beispielsweise sind nun nur noch 800 Fahrzeuge pro Anbieter erlaubt. Paris und London setzen derweil auf Auswahlverfahren, bei dem sich Anbieter um eine Lizenz bewerben müssen.

In der Schweiz ist das Sharing von E-Trottinetts in Zürich und Basel weit verbreitet. Seit dem letzten Jahr ist es auch in Bern, Luzern und St. Gallen unter strengen Voraussetzungen erlaubt. Während der Betrieb in der Ostschweiz nach einem Versuch im letzten Sommer definitiv eingeführt wurde, hat in der Bundesstadt ein erster Anbieter eben erst mit seinem Angebot gestartet.