Lohnerhöhung
Die Lohnrunde bei der Post geht in die Zusatzschlaufe

Keine Einigung zwischen der Post und den Sozialpartnern: Die diesjährige Lohnrunde verläuft bislang ergebnislos. Der Ball liegt nun bei einer Schlichtungskommission.

André Bissegger
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Die Lohnverhandlungen bei der Post gehen in die nächste Runde.

Die Lohnverhandlungen bei der Post gehen in die nächste Runde.

Keystone

Eine Seite spricht von «fehlender Wertschätzung», die andere stützt sich auf die Kriterien, die im Gesamtarbeitsvertrag (GAV) festgelegt sind: Die Sozialpartner konnten sich in der diesjährigen Lohnrunde bei der Post nicht auf Lohnmassnahmen für die Angestellten einigen. Dies teilten die Gewerkschaft Syndicom und der Personalverband Transfair am Mittwoch mit. Die Post bestätigte auf Anfrage von CH Media die ergebnislose Lohnrunde.

Der Ball liegt nun bei einer paritätischen Schlichtungskommission (PSK). Diese werde nun eine Empfehlung aussprechen und auf Wunsch der Sozialpartner abschliessend entscheiden, heisst es bei der Post. Der GAV sieht vor, dass eine PSK angerufen wird, wenn sich die Sozialpartner in Lohnverhandlungen nicht einigen können.

Fehlende Wertschätzung bemängelt

Gemäss der Arbeitnehmerseite beharrt die Post auf dem absoluten Minimum von 0,4 Prozent der Lohnsumme, die im GAV verankert sind. Dies obwohl Syndicom und Transfair weit von ihren Forderungen abgerückt und der Post bedeutend entgegengekommen seien. «Diese 0,4 Prozent der Lohnsumme sind keine Lohnerhöhung; sie sind eher eine Verpflichtung, die den Post-Angestellten in der Regel zusteht», wird René Fürst, Branchenleiter Post/Logistik bei Transfair, in der Mitteilung zitiert.

Nach Einschätzung von Syndicom und Transfair sei das alles andere als ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber der ausserordentlichen Leistung der Angestellten in einem turbulenten Jahr 2020. Die Post stellte im vergangenen Jahr einen neuen Pakete-Rekord auf. Gleichzeitig litt aufgrund der Coronapandemie aber auch die Pünktlichkeit bei der Zustellung.

Sonderprämien für Post-Mitarbeiter

Die Post ihrerseits stütze sich in den Lohnverhandlungen auf die Kriterien, die im GAV festgelegt seien und mit den gleichen Gewerkschaften verhandelt wurden, die sie nun kritisieren würden, wie die Post mitteilte. Insbesondere seien die rückläufigen Erträge sowie die negative Teuerung von 0,7 Prozent zu berücksichtigen. Mit dem Angebot von 0,4 Prozent mehr Lohn könne von einer Nullrunde keine Rede sein.

Auch anerkenne die Post die grossen Leistungen der Mitarbeitenden in diesem ausserordentlichen Jahr, speziell im Zusammenhang mit Corona. Sie habe darum insgesamt über 20 Millionen Franken für Sonderprämien bereitgestellt und den besonders belasteten Mitarbeitenden im Betrieb und am Schalter im Frühling 2020 und Januar 2021 je 500 Franken ausbezahlt.

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