Kuoni-Chef zu möglichem Stellenabbau: «Restrukturierung ist unvermeidbar»

Dieter Zümpel, CEO von DER Touristik Suisse, geht von einem markanten Umsatzeinbruch und einem möglichen Stellenabbau aus. Mit Hinblick auf einen Zusammenschluss mit der Konkurrenz, sei er offen für jedes Gespräch.

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Dieter Zümpel ist CEO des Reiseveranstalters DER Touristik Schweiz, zu der auch Kuoni gehört.

Dieter Zümpel ist CEO des Reiseveranstalters DER Touristik Schweiz, zu der auch Kuoni gehört.

Pius Amrein (lz) / Luzerner Zeitung

(dpo) Reiseveranstalter gehören zu den grossen Verlieren der Coronakrise. So rechnet DER Touristik Schweiz etwa mit einem markanten Umsatzrückgang. «Wir werden das Jahr 2020 voraussichtlich mit einem Umsatzeinbruch von 70 Prozent abschliessen», sagt Dieter Zümpel in einem Interview gegenüber der «SonntagsZeitung». Für den Sommer wage er jedoch keine Prognose. Das hänge von den Öffnungen der verschiedenen Länder ab, so der CEO von DER Touristik Schweiz, zu der auch Kuoni und Helvetic Tours gehören.

Angesichts des pessimistischen Szenarios möchte Zümpel so viele Arbeitsplätze wie möglich erhalten, hält aber auch fest: «Leider musste ich meinen Mitarbeitenden letzte Woche sagen, dass eine Restrukturierung unvermeidbar ist. Wir hinterfragen alles – das Filialnetz, die Produktion der Reisen, aber auch die Kosten der Zentrale.» Nach eigenen Angaben zählt der Reiseveranstalter hierzulande über 80 Reisebüros mit über 1000 Mitarbeitenden.

Zümpel ist offen für Zusammenschluss mit Hotelplan

Der Kuchen im Segment Massengeschäft, werde künftig immer kleiner, so Zümpel weiter. In dieser Situation gebe es nur zwei Möglichkeiten: «Der Stärkste überlebt, oder aber es kommt zu Zusammenschlüssen. Wir sind offen für jedes Gespräch mit Mitbewerbern – Hotelplan ist einer davon.»

Laut dem CEO warte DER Touristik Schweiz seit Monaten auf eine «erkleckliche Millionensumme» der Fluggesellschaft Swiss, werde aber laufend vertröstet. Das sei absolut inakzeptabel. Kürzlich äusserte auch der Hotelplan-Chef Thomas Stirnimann in einem Interview mit CH Media Zeitungen Kritik gegenüber der Swiss wegen den Rückerstattungen. Das Rettungspaket des Bundesrats für die Airlines Swiss und Edelweiss sieht vor, dass sie den Reisebüros das Geld für stornierte Flüge bis spätestens 30. September zurückerstatten.

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