Klimapolitik
Netto-Null-Ziel: Über 70 Konzernchefs fordern G7-Länder zum Handeln auf

Mehr als 70 CEOs von globalen Konzernen haben einen offenen Brief an die G7-Länder veröffentlicht. Darin fordern sie die Regierungschefs dazu auf, in der Klimapolitik vorwärts zu machen

Dario Pollice
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Die G7-Länder sollen unter anderem den Wettbewerb von kohelstoffarmen Technologien antreiben, wie die Allianz CEO Climate Leaders fordert.

Die G7-Länder sollen unter anderem den Wettbewerb von kohelstoffarmen Technologien antreiben, wie die Allianz CEO Climate Leaders fordert.

Nach Ansicht der Allianz CEO Climate Leaders gehen die Regierungschefs der G7-Länder in der Klimapolitik zu zögerlich vor. In einem offenen Brief fordern sie nun die Regierungen der führenden Industrienationen dazu auf, «mutigere Massnahmen» umzusetzen, um das Ziel von Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu erreichen.

Der am Donnerstag veröffentlichte Brief wurde von über 70 Konzernchefs unterschrieben, unter anderem auch von Björn Rosengren (ABB), Vas Narasimhan (Novartis), Christian Mumenthaler (Swiss Re) und Mario Greco (Zurich Versicherungen). Die Allianz Climate Leaders entstand 2014 im Rahmen des Weltwirtschaftsforums WEF und spricht sich für ein grösseres Engagement von Firmen für das Pariser Klimaabkommen aus.

Dieser Brief sei ein «klares Signal an die politischen Entscheidungsträger, dass viele globale Wirtschaftsführer bereit sind, den Übergang zu einer Netto-Null-Zukunft zu schaffen», lässt sich Dominic Waughray, Geschäftsführer des Weltwirtschaftsforums, zitieren.

Ein «grundlegender Politikwandel»

Angesichts der Coronapandemie gehe vergessen, dass der Klimawandel eine unmittelbare Bedrohung sei für die Menschen, Ökosysteme und Volkswirtschaften, heisst es im Brief. Um das Ziel von Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu erreichen, sei deshalb ein «grundlegender Politikwandel» erforderlich. Nun müssten die Regierungen der G7-Länder, die sich diese Woche in Grossbritannien treffen, ihren Worten Taten folgen lassen.

Konkret fordern die Konzernchefs, dass die Industrienationen sich dem Netto-Null-Ziel bis 2050 verpflichten und dies durch «robuste politische Fahrpläne und Zwischenziele» unterstreichen. Zudem sollen die G7-Länder ihrer Zusage von 100 Milliarden Dollar Entwicklungshilfe im Kampf gegen den Klimawandel nachkommen.

18 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze

Nach Ansicht der CEOs sollen die Regierungschefs auch für einen grösseren Wettbewerb von kohlenstoffarmen Technologien sorgen, Subventionen für fossile Brennstoffe abschaffen und weitere Investitionen in den öffentlichen Verkehr sowie die Sanierung von Gebäuden tätigen.

Die über 70 Konzernchefs erklären sich bereit, mit den politischen Führungskräften zusammenzuarbeiten, um die Emissionen zu reduzieren. Schlussendlich käme dies auch der Wirtschaft zugute, heisst es. So würden Massnahmen zur umweltfreundlichen Energieerzeugung und -nutzung laut Angaben der CEOs bis 2030 18 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

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