Geldwäsche
Finma eröffnet Verfahren gegen ehemaligen Manager von Julius Bär

Im Zusammenhang mit mutmasslichen Korruptionsfällen rund um den staatlichen venezolanischen Ölkonzern eröffnet die Finma ein Verfahren gegen einen Ex-Julius-Bär-Manager.

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Bei Julius Bär sei es zu «schweren, systematischen Mängeln in der Geldwäschereibekämpfung gekommen».

Bei Julius Bär sei es zu «schweren, systematischen Mängeln in der Geldwäschereibekämpfung gekommen».

Keystone

(mg/rwa) Insgesamt hat die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) die Rolle von vier ehemaligen, hochrangigen Managern von Julius Bär abgeklärt. Dies im Zusammenhang mit mutmasslichen Korruptionsfällen in Venezuela. In einem Fall hat die Finma nun ein Verfahren eröffnet. Zwei andere Personen wurden schriftlich gerügt und in einem Fall verzichtet die Finma auf ein Verfahren, weil die Person «glaubwürdig erklärt hatte, künftig auf Führungspositionen bei beaufsichtigten Instituten zu verzichten», wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. Alle der beschuldigten Personen arbeiten mittlerweile nicht mehr für Julius Bär.

Im Zusammenhang mit den mutmasslichen Korruptionsfällen rund um den staatlichen venezolanischen Ölkonzern Petróleos de Venezuela (PDVSA) und dem internationalen Fussballverband Fifa hat die Finma bei mehreren Schweizer Banken abgeklärt, ob die Regeln zur Geldwäschereibekämpfung eingehalten worden sind. Im Falle der Bank Julius Bär hat die Finma festgestellt, dass es zwischen 2009 und 2018 zu schweren, systematischen Mängeln in der Geldwäschereibekämpfung gekommen sei. Konkret hielt die Bank Sorgfaltspflichten nicht ein und verstiess gegen Meldepflichten, wie die Finma damals schrieb.

Beim jetzigen Verfahren geht es um die «Verantwortung von Einzelpersonen für die schweren Mängel in der Geldwäschereibekämpfung», heisst es in der Mitteilung. Als Konsequenz kann die Finma ein Berufsverbot verhängen. Dafür muss sie «eine direkte, individuelle und kausale Verantwortung für die schwere Verletzung von Aufsichtsrecht nachweisen können.»

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