Finanzplatz
Nächster Knall bei Raiffeisen: Präsident Lachappelle nimmt überraschend den Hut

Raiffeisen-Präsident Guy Lachappelle hat überraschend seinen Rücktritt erklärt. Die Hintergründe sind noch unklar. Gemäss einem Medienbericht sollen aus seinem privaten Umfeld zwei Strafanzeigen eingereicht worden sein.

Reto Wattenhofer
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Guy Lachappelle steht plötzlich medial im Rampenlicht. Nun hat er den Rücktritt erklärt.

Guy Lachappelle steht plötzlich medial im Rampenlicht. Nun hat er den Rücktritt erklärt.

Keystone

Präsident Guy Lachappelle hat den Verwaltungsrat der Bank informiert, dass er per Ende Juli 2021 von seinem Amt zurücktritt. Das teilte Raiffeisen am Donnerstag mit. Bis dahin stehe er dem Unternehmen uneingeschränkt zur Verfügung, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen. Die Amtsgeschäfte übernimmt per sofort Vizepräsident Pascal Gantenbein. Er wird das Präsidium ad interim bis zur nächsten Generalversammlung führen.

Der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz dankt Lachappelle gemäss Mitteilung für «sein Engagement» für Raiffeisen. Während seiner Amtszeit sei der Austausch mit den Eignern institutionalisiert, die Gruppenstrategie verabschiedet sowie viele Initiativen auf den Weg gebracht worden. «Der Verwaltungsrat wünscht ihm für seine weitere Zukunft alles Gute.»

Raiffeisen nennt keine Gründe für den Rücktritt

In der Mitteilung werden keine Gründe für den überraschenden Abgang von Lachappelle genannt. Bereits am Nachmittag liess jedoch die Ankündigung aufhorchen, dass der Raiffeisen-Präsident für 17.45 Uhr eine Medienkonferenz angesetzt hat. Was den Verwaltungsratspräsidenten der Raiffeisen-Bank zu diesem Schritt bewogen hat, war zunächst nicht klar. Gemäss einem Bericht der Tamedia-Zeitungen soll Lachappelle eine Erklärung zu publik gewordenen Vorwürfen abgeben.

Aus seinem privaten Umfeld sollen zwei Strafanzeigen eingereicht worden sein. Gemäss Tamedia soll es um Vorwürfe im persönlichen Umgang und im Zusammenhang mit einer früherer Tätigkeit Lachappelles gehen. Als Chef der Basler Kantonalbank soll er vertrauliche Informationen weitergegeben haben, die potenziell börsenrechtlich relevant gewesen sein könnten.

Tamedia hat einen Screenshot einer privaten E-Mail-Nachricht vom November 2017 veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass Lachappelle eine Präsentation zum digitalen Umbau der Basler Kantonalbank weitergeleitet hat. Bei beiden Anzeigen gilt die Unschuldsvermutung.