Digitale Medien
Studie: Facebook verliert junge Nutzer, Netflix, Twint und Spotify legen kräftig zu

Allen Diensten zum Trotz: Klassisches Fernsehen bleibt mit Abstand die beliebteste Art, den Abend vor der Flimmerkiste zu verbringen. Sogar der Teletext wird weiterhin rege genutzt.

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Instagram und Snapchat haben mittlerweile Facebook bei der Gunst der jungen Nutzerinnen und Nutzer überholt.

Instagram und Snapchat haben mittlerweile Facebook bei der Gunst der jungen Nutzerinnen und Nutzer überholt.

Keystone

Die Coronakrise hat einen Digitalisierungsschub ausgelöst. Das schlägt sich auch in den Zahlen des Digimonitors nieder, eine von der Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) und der AG für Werbemedienforschung (Wemf) durchgeführte Untersuchung. In Zahlen bedeutet dies etwa 500'000 neue User bei Netflix (total: 2,8 Millionen) in der Schweiz und 200'000 bei Spotify (total: 2,2 Millionen).

Massiv gestiegen sind auch die Nutzerzahlen des Bezahldienstes Twint. Dort sind laut der Studie innert Jahresfrist eine Million mehr Nutzerinnen und Nutzer dazugekommen (total: 2,8 Millionen). Als «Wachstumssieger gegenüber 2020» nennt die Studie zudem Zoom mit 2,6 Millionen Nutzern und Microsoft Teams mit 2,5 Millionen Nutzern. Beides Tools, die sich wegen Homeoffice einer gesteigerten Beliebtheit erfreut haben dürften.

Alternativen zu WhatsApp holen auf

Die grosse Datenschutzdebatte hat sich noch nicht auf die Userzahlen von WhatsApp durchgeschlagen. Weiterhin bleibt der Nachrichtendienst mit Abstand der grösste seiner Art in der Schweiz. 5,6 Millionen Schweizerinnen und Schweizer schicken so Nachrichten, Videos und Bilder durchs Land. Zwar holen die Alternativen wie Telegram (940'000 Nutzer), Signal (860'000 Nutzer) und Threema (710'000 Nutzer) auf, «aber WhatsApp bleibt auch bei Personen, die eine Alternative runtergeladen haben, der Hauptmessenger», heisst es in der Studie.

Die weltweit beobachtete Abkehr von Facebook kommt in der Schweiz nur mit Verspätung an. 3 Millionen Personen nutzen in der Schweiz weiterhin den Social-Media-Kanal. Was auffällt: Gemäss der Studie verliert Facebook die jungen Nutzerinnen und Nutzer. Das Durchschnittsalter auf der Zuckerberg-Plattform beträgt stolze 43 Jahre, auf Instagram sind es 11 Jahre weniger. Beliebter als Facebook seien bei den jungen Menschen Snapchat, Pinterest, TikTok und die Gamer-Plattform Discord.

Fernsehen bleibt Trumpf

Digitalisierung hier, Digitalisierung dort: Weiterhin locker Marktführer im Bereich Bewegtbild ist das klassische Fernsehen. 6,3 Millionen oder 94 Prozent aller Schweizerinnen und Schweizer konsumieren nach wie vor die gewohnten Fernsehsender. Dagegen wirken die Nutzungszahlen von Play Suisse, der Streaming-Plattform der SRG, (690'000 Personen), Amazon Prime (300’000) und Disney+ (650'000) geradezu marginal.

Obwohl schon oft totgesagt, lebt auch der Teletext munter weiter. 2,4 Millionen (36 Prozent der Bevölkerung) informierten sich «mindestens gelegentlich» über Teletext, heisst es in der Studie. Ganz alles kann vermutlich nicht einmal Corona wegdigitalisieren. (mg)

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