Die Swiss ist weiterhin in starken Turbulenzen wegen Corona

Über 400 Millionen Franken Verlust hat die Swiss in den ersten neuen Monaten eingeflogen. Rund 70 Prozent weniger Passagiere sind im laufenden Jahr mit der Fluggesellschaft gereist.

Drucken
Teilen
In den ersten neun Monaten flogen rund 4,3 Millionen Passagiere mit der Swiss. Das sind deutlich weniger als noch im Vorjahr.

In den ersten neun Monaten flogen rund 4,3 Millionen Passagiere mit der Swiss. Das sind deutlich weniger als noch im Vorjahr.

Keystone

(mg) Die nackten Zahlen sind eindrücklich. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres musste die Swiss einen Rückgang des Betriebsertrags um 61,8 Prozent hinnehmen. Statt 4 Milliarden Franken hat der Luftfahrtkonzern nun 1,54 Milliarden eingenommen. Daraus resultiert ein operativer Verlust von 414,7 Millionen Franken. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres ergab sich ein Gewinn von rund 490 Millionen. «Zum ersten Mal seit fünfzehn Jahren wird Swiss das Geschäftsjahr mit einem negativen Ergebnis abschliessen», heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Eingebrochen sind auch die Passagierzahlen: In den ersten neun Monaten flogen rund 70 Prozent weniger Personen mit der Swiss (insgesamt 4'315'992 Passagiere).

Um durch die Turbulenzen zu kommen, hat die Swiss bereits mehrere Massnahmen ergriffen. In den nächsten zwei Jahren sollen rund 1000 Stellen abgebaut werden. Der Konzern setze dabei «auf die drei sozialverträglichen Massnahmen Einstellungsstopp, attraktive Teilzeitmodelle mit Lohnverzicht sowie frühzeitige Pensionierungen», wie der Konzern weiter schreibt. Zusammen mit der natürlichen Fluktuation könne dieser Stellenabbau so umgesetzt werden. Auch zu «weiteren Kostensenkungsmassnahmen» sei die Swiss in Gesprächen mit ihren Sozialpartnern. Erst kürzlich wurde bekannt, dass sich ein Grossteil der Geschäftsleitung ihre Boni für das Geschäftsjahr 2019 hat ausbezahlen lassen. Im laufenden Jahr verzichtet das Management auf solche variable Lohnkomponenten.

28 Flugzeuge bleiben im Winter am Boden

Einen Winterschlaf gibt es auch für 28 Flugzeuge der älteren Airbus A320-Familie. «Das Winterprogramm auf der Kurz- und Mittelstrecke wird ausschliesslich mit den effizienteren Airbus A220-Flugzeugen und der Neo-Variante der Airbus A320-Familie durchgeführt», heisst es in der Mitteilung. Aufgrund zunehmender Reiserestriktionen und der aktuell rasanten Verbreitung der Pandemie werde der Konzern die Kapazitäten im Winterflugplan «weiter reduzieren».

«Mit einer Erholung der Luftfahrt ist allerdings erst zu rechnen, wenn die Pandemie abflacht und auf Einreiseverbote und Quarantäneregelungen in der aktuellen Form verzichtet wird», lässt sich Swiss CEO Thomas Klühr in der Mitteilung zitieren. Er erneuert auch seine Forderung, dass es «dringend stabile, einheitliche und mobilitätsfördernde Rahmenbedingungen» brauche. Die Swiss wolle «den staatlich garantierten Bankenkredit schnellstmöglich zurückzahlen und so die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern».