Detailhandel
Von der Krise profitierten die ganz Grossen – und der kleine Laden um die Ecke

Die Pandemie hat den Strukturwandel im Detailhandel beschleunigt. Profitiert haben grosse Anbieter und kleine Quartierläden. Das klassische Verkaufsgeschäft in den Innenstädten litt dagegen stark.

Peter Walthard
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Die beiden grossen Player Coop und Migros gehören unter dem Strich zu den Gewinnern der Pandemie.

Die beiden grossen Player Coop und Migros gehören unter dem Strich zu den Gewinnern der Pandemie.

Keystone

(wap) Die beiden grossen Detailhandelsketten Migros und Coop konnten ihr Onlinegeschäft in der Pandemie massiv ausbauen: Beide hätten in diesem Bereich ein Umsatzwachstum von mehr als 45 Prozent verzeichnet, meldete der Wirtschaftsprüfer Deloitte am Dienstag. Beide Unternehmen seien mit den Ranglistenplätzen 40 beziehungsweise 46 nach wie vor unter den Top 50 der stärksten Detailhändler der Welt. Auch das Schweizer Luxusgüterunternehmen Richemont konnte seinen Platz unter den Top 100 dank Online halten: Der Onlineverkauf habe die Verluste durch die Schliessung von Läden und das Ausbleiben von Touristen zumindest teilweise aufgefangen, so Deloitte.

Anderen Anbietern sei es weniger gut gelungen, auf Onlineshopping umzusteigen. Am schwierigsten sei die Situation für die innerstädtischen Geschäfte. Gemäss Deloitte-Studie leiden diese nun auch unter dem weit verbreiteten Homeoffice: Ihre frühere Kundschaft kauft nun vermehrt in der eigenen Nachbarschaft ein. Dies wiederum sei Dorf- und Quartierläden sowie lokal verankerten Unternehmen und Produzenten zugute gekommen.

Konsumenten kauften vermehrt im eigenen Land

Hart getroffen wurden Unternehmen, die vom Reiseverkehr abhängig sind. Der Reisedetailhändler Dufry habe 2020 einen Umsatzrückgang um beinahe 70 Prozent hinnehmen müssen, so Deloitte. Das Unternehmen sei aber dank seiner jährlichen Wachstumsrate von 16,2 Prozent seit 2014 immer noch einer der 50 wachstumsstärksten Detailhändler der Welt. Insgesamt profitierte die Schweizer Detailhandelsbranche jedoch von den Reisebeschänkungen: Weil der Einkaufstourismus ins Ausland zurückging, kauften die Schweizerinnen und Schweizer mehr Waren im eigenen Land.

Die Pandemie habe den Strukturwandel beschleunigt, kommt die Deloitte-Untersuchung zum Schluss. Viele Kunden hätten sich an das Einkaufen online gewöhnt. Auch die Veränderung der Mobilität werde sich auch in Zukunft weiter auswirken. Einen Vorgeschmack darauf gibt ein Blick auf die internationalen Zahlen: Auf Platz zwei der Liste ist mittlerweile der Internethändler Amazon.

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