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Alkohol in der Migros: Fünf von zehn Migros-Genossenschaften geben grünes Licht für Abstimmung

Nach Basel und Tessin sagen nun auch die Kundenparlamente in der Ostschweiz, Zentralschweiz und im Wallis Ja. Das letzte Wort werden die Genossenschafterinnen und Genossenschafter nächstes Jahr haben.

Maurizio Minetti
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Migros-Mitarbeitende im Einkaufszentrum Länderpark Stans.

Migros-Mitarbeitende im Einkaufszentrum Länderpark Stans.

Bild: PD

Soll die Migros künftig alkoholische Getränke verkaufen? Über diese Frage debattierten am Mittwoch mehrere regionale Genossenschaftsräte der Migros. Die Gremien, die auch als Kundenparlamente bezeichnet werden, hatten konkret darüber zu befinden, ob es nächstes Jahr in den jeweiligen Regionen zu einer Urabstimmung zur Alkoholfrage kommen soll oder nicht.

Der Genossenschaftsrat der Migros Basel hatte bereits Anfang Woche mit 44 Ja-Stimmen, keiner einzigen Nein-Stimme und acht Enthaltungen für den Verkauf von Alkohol gestimmt. Danach folgte das Tessin. Nun setzte sich auch in der Ost- und Zentralschweiz sowie im Wallis das Ja durch, wie der entsprechenden Website der Migros zu entnehmen ist.

Ein Flickenteppich ist möglich

Anfang November hatte die Delegiertenversammlung des Migros-Genossenschaftsbunds die Weichen gestellt, damit die zehn regionalen Genossenschaften genau diese Frage zur Abstimmung vorlegen können. Damit könnte das Alkohol-Verkaufsverbot von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler fallen. Die 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter sollen diese Frage «ein für alle Mal klären», schreibt die Migros auf ihrer Website.

Entscheidend sind nun die Urabstimmungen im nächsten Jahr. Bereits jetzt ist klar, dass es dabei zu Widerstand kommen wird. So hat die Suchtorganisation Blaues Kreuz in der «Schweiz am Wochenende» eine Abstimmungskampagne angekündigt, um die Genossenschafterinnen und Genossenschafter von einem Beibehalt des Alkohol-Verbots zu überzeugen. Stand Mittwochabend waren die Ergebnisse in Genf, Neuenburg-Freiburg, Waadt, Zürich und Migros Aare noch offen.

Theoretisch könnte es zu einem Flickenteppich kommen: Dass also die Migros in Basel Alkohol verkauft, nicht aber in der Zentralschweiz. Für die Migros wäre eine solche Konstellation Ausdruck davon, wie einzigartig die «direkte und demokratische Mitbestimmung» in der Genossenschaft ist, wie sie schreibt. Die Migros will diesen Freitag über alle Entscheide der jeweiligen regionalen Genossenschaftsräte informieren. Frühestens 2023 könnten dann tatsächlich Wein und Bier in den Regalen der Migros-Filialen stehen.

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