Dämpfer für Roche: Starker Franken und Corona bremsen Wachstumskurs

Roche hat in den ersten sechs Monaten des Jahres den Umsatz nicht steigern können. Dafür verantwortlich waren die Coronakrise und der starke Franken. Dennoch sieht sich der Basler Pharmakonzern gut gewappnet für die Zukunft – auch weil die Verkäufe von Coronatests stark gestiegen sind.

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Der Basler Pharmakonzern erlitt im ersten Halbjahr einen Dämpfer.

Der Basler Pharmakonzern erlitt im ersten Halbjahr einen Dämpfer.

Keystone

(rwa) Währungsbereinigt konnte Roche zwar beim Umsatz im ersten Halbjahr um 1 Prozent leicht zulegen. Der starke Wechselkurs drückte aber auf das Ergebnis. In Franken erwirtschaftete Roche 4 Prozent weniger – nämlich 29,28 Milliarden Franken, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte der Umsatz noch 30,47 Milliarden betragen. Ähnlich sieht es beim Konzerngewinn aus. Dieser sank um 5 Prozent auf 8,47 Milliarden Franken.

Die Coronakrise hat dem Konzern besonders im Monat Mai deutlich zu schaffen gemacht. Krankenhausaufnahmen und Arztbesuche gingen deutlich zurück, dies wirkte sich auf die Umsätze verschiedener Medikamente aus. Seit Juni ziehen die Verkäufe wieder an. Die wichtigsten Wachstumstreiber waren die Krebsmedikamente Tecentriq und Perjeta, das Hämophilie-Präparat Hemlibra, das MS-Medikament Ocrevus und Actemra/RoActemra für die Immunologie. Die neuen Medikamente (+37 Prozent) generierten Verkäufe von 8,9 Milliarden Franken.

Die Coronapandemie wirkte sich aber nicht nur negativ auf die Umsätze des Pharmariesen aus. Zwar resultierte bei der Diagnostik ein Minus von 3 Prozent. Etwas gelindert wurde das Ergebnis jedoch durch die steigenden Verkäufe von Coronatests. Der Bereich der molekularen Diagnostik legte um satte 61 Prozent zu. Auch in der Pharmasparte hat Roche ein paar heisse Eisen im Feuer. Sechs verschiedene Medikamente befinden sich in 28 klinischen Studien zu COVID-19-Infektionen.

Dennoch ist die Krise noch nicht ausgestanden. «Die Coronavirus-Pandemie stellt weiterhin eine enorme weltweite Herausforderung dar», wird Konzernchef Severin Schwan in der Mitteilung zitiert.

Roche hält an Ausblick fest

Roche hält am Ausblick für das Gesamtjahr fest. «Wir sehen aber nun deutliche Zeichen der Erholung. Zudem ist die Nachfrage nach unseren kürzlich eingeführten Medikamenten und diagnostischen Tests weiterhin stark», wird CEO Schwan weiter zitiert. Basierend auf den derzeitigen Einschätzungen erwarte das Unternehmen ein Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich zu konstanten Wechselkursen. Die Dividende will Roche erhöhen.

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