Auf der Baustelle sind die Löhne trotz der Coronakrise angestiegen

Angestellte im Baugewerbe können sich über durchschnittlich 1,3 Prozent mehr Lohn freuen. Der Baumeisterverband warnt aber davor, dass diese bald wieder sinken – damit Arbeitsplätze erhalten werden könnten.

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Die Löhne im Baugewerbe sind im laufenden Jahr angestiegen

Die Löhne im Baugewerbe sind im laufenden Jahr angestiegen

Alex Spichale / LTA

(mg) Statt weniger gab es für viele Bauarbeiter mehr Geld im Portemonnaie. Dies trotz der Coronakrise. Wie der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) am Dienstag mitteilte, sind die Löhne in der Branche im Schnitt um 1,3 Prozent gestiegen. Wegen der sinkenden Konsumentenpreise entspreche dies einem realen Wachstum von beinahe 2 Prozent. «Das ist ein sehr hoher Wert und überdurchschnittlich auch im Vergleich mit anderen Branchen», schreibt der SBV.

Der Verband warnt aber bereits, dass die fetten Jahre vorbei seien: «Forderungen nach einer flächendeckenden Lohnerhöhung 2021 sind fehl am Platz, weil dies zum Abbau von Arbeitsplätzen führen würde.» Die Corona-Pandemie sorge dafür, dass dieses Jahr deutlich weniger Umsatz im Bauhauptgewerbe erwirtschaftet werde. Der Erhalt von Arbeitsplätzen bedürfe allenfalls einer «gewissen Korrektur der stark gestiegenen Löhne.» Dieses Vorgehen trage der «wirtschaftlichen Realität eher Rechnung als Forderungen nach weiteren Lohnsteigerungen.»

Migros erhöht die Löhne um bis zu 0,5 Prozent

Trotz «wirtschaftlich anspruchsvollem Umfeld»  erhöhe die Migros die Löhne um «bis zu 0,5 Prozent», wie sie am Dienstag mitteilt. «Im Zentrum der diesjährigen Verhandlungen standen die Arbeitsplatzsicherheit und die Solidarität innerhalb der ganzen Belegschaft», so Sarah Kreienbühl, Mitglied der Generaldirektion, Migros-Genossenschafts-Bund, in der Mitteilung. Zusätzlich zu der mit den Sozialpartnern verhandelten Erhöhung der Lohnsumme prüften Unternehmen der Migros mögliche «weitere Leistungen wie zum Beispiel Warengutscheine, um das grosse Engagement der Mitarbeitenden zu würdigen.» Während der Detailhandel und das Online-Geschäft sich positiv entwickelt habe, «litten andere Geschäftsfelder der Migros, wie etwa das Reisegeschäft, die Freizeitparks oder die Gastronomie stark unter den Auswirkungen von Covid-19.»