«Abzocke»
Kostenfalle Roaming: Konsumentenschutz erhebt happige Vorwürfe gegen Salt

Salt steht wegen hoher Roaming-Kosten in der Kritik. Die Firma halte sich nicht an geltendes Recht, kritisiert der Konsumentenschutz. Nun wehrt sich das Telekomunternehmen – und verspricht Anpassungen.

Alice Guldimann
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Das Schweizer Telecomunternehmen Salt kündigt erste Änderungen bei den Datenpaketen fürs Ausland noch für dieses Jahr an. (Symbolbild)

Das Schweizer Telecomunternehmen Salt kündigt erste Änderungen bei den Datenpaketen fürs Ausland noch für dieses Jahr an. (Symbolbild)

Keystone

Salt zocke seine Kunden bei den Roaming-Tarifen ab, lasse diese «bewusst in Kostenfallen tappen» und halte sich nicht an geltendes Recht: Die Liste der Vorwürfe, welche die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen am Freitag gegen das Schweizer Telekomunternehmen erheben, ist lang. Und happig. Von Salt-Verwaltungsratspräsident Marc Furrer, der früher unter anderem die Eidgenössische Kommunikationskommission (Comcom) präsidierte, erwarten die Schweizer Konsumentenschützer dabei nichts weniger als «einen entschlossenen Kurswechsel».

Konkret werfen die Schweizer Konsumentenschutz-Organisationen Salt «Abzocke» bei den Roaming-Tarifen vor. Kauften die Kunden im Ausland nämlich kein Datenpaket – oder sei dieses aufgebraucht – komme ein extrem hoher Standard-Tarif zur Anwendung. «Dann kosten 100 MB plötzlich 295 Franken», heisst es in der Mitteilung. Roaming-Optionen, die 30 Tage gültig sind, verlängerten sich zudem ungefragt. Die Konsumentenschützer sprechen dabei von einer weiteren «Kostenfalle».

Salt kündigt Anpassungen an

In einer Stellungnahme gegenüber CH Media vom Freitag wehrt sich Salt gegen den Vorwurf der «Abzocke» oder «Kostenfalle». Es stimme nicht, dass bei Kunden, die kein Datenpaket gelöst haben – oder wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist – automatisch der Standardtarif zur Anwendung kommt. Bei Kunden, die ein Abo mit Roaming-Daten gelöst haben, werde das Roaming nach dem Aufbrauchen dieser Daten automatisch gestoppt. Dies sei bei der Mehrheit der Abos der Fall. Hat der Kunde allerdings ein Abo ohne inklusive Roaming-Daten, kommt laut Salt der Standard-Tarif zur Anwendung. Und zu den umstrittenen Datenpaketen schreibt Salt in der Stellungnahme, diese würden nur dann automatisch verlängert, wenn explizit eine wiederkehrende Option gebucht wurde.

Der Konsumentenschutz wirft dem Telekom-Unternehmen überdies vor, sich «in mindestens drei Punkten» nicht an geltendes Recht zu halten. So müssten Datenpakete gemäss Fernmeldeverordnung neu grundsätzlich ein Jahr lang gültig sein und über WLAN gekauft werden können. Bei Salt ist beides laut Mitteilung nicht der Fall. In beiden Fällen verspricht das Telekomunternehmen nun aber Besserung: Das Hinzubuchen via WLAN und die zwölfmonatige Laufzeit für alle Pakete sollen laut Stellungnahme noch in diesem Jahr eingeführt werden. Auch die voreingestellte Kosten-Limite für Roaming will Salt nach unten korrigieren. Diese Beträgt heute 1000 Franken. Dies ist aus Sicht des Konsumentenschutzes «viel zu hoch».

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