Verfahren
Fifa-Präsident Infantino bekommt keine Einsicht in Unterlagen und Protokolle

Fifa-Präsident Gianni Infantino ist vor dem Bundesstrafgericht abgeblitzt. Er forderte vergeblich Einsicht in Verträge, Kommissionsprotokolle und Abmachungen.

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Das Bundesstrafgericht wies eine Beschwerde von Fifa-Präsident Gianni Infantino grossmehrheitlich ab.

Das Bundesstrafgericht wies eine Beschwerde von Fifa-Präsident Gianni Infantino grossmehrheitlich ab.

Keystone

(abi) Eine Niederlage für Gianni Infantino, den Präsidenten des Weltfussballverbands: Er hatte im Strafverfahren im Zusammenhang mit nicht protokollierten Gesprächen zwischen ihm und dem ehemaligen Bundesanwalt Michael Lauber eine Beschwerde an das Bundesstrafgericht eingereicht – vergeblich, wie der ausserordentliche Bundesanwalt Stefan Keller am Mittwoch mitteilte. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Infantino erhält weder Einsicht in die Verträge und Abmachungen des ausserordentlichen Bundesanwalts noch in die Wortprotokolle der Gerichtskommission. Allerdings müssen ihm die Namen allfälliger Hilfspersonen bekanntgegeben werden, wie es weiter heisst. Damit Infantino allfällige Ausstandsgründe geltend machen kann, muss er die Namen der Mitarbeiter kennen, die einen Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens haben könnten. Keller erachte dies als gerechtfertigt, wie er schreibt. Das Bundesstrafgericht bestätigte im Urteil zudem ausdrücklich, dass der Beizug von Hilfspersonen durch Keller zulässig war.

«Lückenlose Zusammenstellung» verlangt

Infantino verlangte unter anderem Einsicht in sämtliche Unterlagen, die im Zusammenhang mit dem Beizug von Hilfspersonen durch Stefan Keller stehen. Ausserdem forderte er Einsicht in Abmachungen mit den Einsetzungs- und Aufsichtsbehörden, Verträge und Aufträge mit den Hilfspersonen, Arbeitsergebnisse der Hilfspersonen sowie Aktennotizen über Besprechungen oder Telefonate, Rechnungen und Abrechnungen.

Auch wollte er von Keller eine «lückenlose Zusammenstellung» aller Kontakte mit den von ihm für die Strafuntersuchung beigezogenen Hilfspersonen – mitsamt Zeitpunkt und Art der Kontakte, behandelte Themen, Aufträge sowie Ergebnisse. Und er verlangte die Wortprotokolle der Gerichtskommission anlässlich der Bewerbung von Keller.

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