Unwetter
Blitze, Regen und Hagel: Schweres Gewitter zog über die Schweiz

Nachdem ab Samstagmittag ein Gewitter mit viel Regen und Hagelkörner so gross wie Golfbälle über die Schweiz gezogen ist, folgten am Sonntag weitere Unwetter – vor allem in der Zentralschweiz. Es gab Einschränkungen auf der Strasse und Schiene.

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In Benken SG gab es am Sonntag nicht nur Regen, sondern auch Hagel.

In Benken SG gab es am Sonntag nicht nur Regen, sondern auch Hagel.

BRK News

Nach dem unruhigen Samstag ging es am Sonntag weiter mit den Unwettern. Wie der MeteoNews mitteilte, sei nach den Gewittern vor den Gewittern: im Süden ganztags, im Norden vor allem am Nachmittag und in den Bergen. Ein genauer Ablauf sei aber bei der aktuellen Wetterlage unmöglich. Ein erstes Gewitter brachte am Sonntagmorgen in Ascona TI in einer halben Stunde bereits wieder 30 mm Regen. Nach dem Mittag zog eine kräftige Gewitterzelle in die Ostschweiz, die zuvor in Wolhusen LU 26 mm Regen in 10 Minuten brachte.

Ein Erdrutsch am frühen Nachmittag sorgte für Einschränkungen im Bahnverkehr zwischen Luzern und Arth-Goldau, wie die SBB mitteilte. Es sei mit Verspätungen, Zugsausfällen und Umleitungen zu rechnen. Auch auf weiteren Strecken in der Zentralschweiz – beispielsweise zwischen Zug und Arth-Goldau – war der Bahnverkehr wegen Unwetterschäden eingeschränkt.

Die Luzerner Polizei meldete zwischen 12 und 15 Uhr über 210 eingegangene Ereignismeldungen. Von den Gewittern am stärksten betroffen seien die Gemeinden Werthenstein, Wolhusen, Ruswil, Neuenkirch, aber auch Gemeinden im Rontal (Ebikon, Buchrain, Dierikon, Root und Gisikon) sowie die Stadt Luzern, wie es weiter heisst. Mehrere Strassenabschnitte mussten vorübergehend gesperrt werden. Meldungen über Verletzte sind keine bekannt.

Kanton Schwyz stark getroffen

Auch der Kanton Schwyz wurde vom Unwetter stark getroffen. Wie die Kantonspolizei mitteilte, erhielt sie zwischen 12.35 und 14.45 Uhr über 200 Notrufe wegen Wassereinbrüchen in Gebäude, über die Ufer getretene Bäche sowie überschwemmte und blockierte Strassen. Das Unwetter zog vom Bezirk Küssnacht her über Einsiedeln und March in Richtung Ostschweiz. Meldungen über Verletzte lagen keine vor.

Dafür war die Bahnstrecke zwischen Pfäffikon SZ und Ziegelbrücke SG unterbrochen. Behinderungen gab es in dieser Region zudem im Strassenverkehr. So staute sich gemäss TCS auf der Autobahn A3 der Verkehr wegen Hagel auf der Fahrbahn.

Viel Regen in Appenzell am Samstag

In Appenzell fiel am Samstagabend innert zehn Minuten mit 33,2 mm eine der grössten Regensummen, die in der Schweiz in so kurzer Zeit je gemessen wurde. Das teilte SRF Meteo auf Twitter mit. Auch in Robièi TI und Wädenswil ZH gab es mit 35,4 respektive 31,3 mm viel Regen innert drei Stunden.

Der Wetterdienst meldete eine besonders heftige Gewitterzelle, die über die Schweiz zog und Golfballgrosse Hagelkörner mit sich brachte. Ausserdem wurden bis um 22.20 Uhr über 27'000 Blitze registriert, wie MeteoNews twitterte. Bis Mitternacht gab es knapp 30'000 Blitze, danach kamen nochmals knapp 5000 dazu. Wie der Wetterdienst weiter mitteilte, gab es mit über 6100 Blitzen am meisten Entladungen im Kanton St. Gallen. Dahinter folgen Thurgau mit 4000 und Zürich mit 3500 Blitzen.

Begleitet wurden die Gewitter von starken Böen. Die stärkste wurde gemäss MeteoNews in Quinten am Walensee mit 87 km/h gemessen. In Schmerikon am oberen Zürichsee gab es eine Böe mit 81 km/h. Dahinter folgen das Chasseral BE (78 km/h) und Binn VS (73 km/h).

Seepegel sinken langsam

Auswirkungen hatte das Unwetter vom Samstag auch auf die Seepegel, die aufgrund der Gewitter langsamer gesunken sind. Dennoch entspannt sich die Lage etwas: Am Bielersee gilt neu die Stufe 3, da der erwartete Wiederanstieg ausgeblieben ist. Zudem wird die Warnung für den Zürichsee aufgehoben: Der Wasserstand hat die Gefahrenstufe 1 wieder erreicht – Tendenz sinkend. Das geht aus dem Naturgefahrenbulletin des Bundes vom Sonntag hervor.

Am Neuenburgersee gilt hingegen weiterhin die Gefahrenstufe 4, genauso wie für die Aare vom Bielersee bis Mündung Emme. Allerdings ist der Pegel des Neuenburgersees weiter gesunken und lag am Sonntagmorgen im Bereich des Schwellenwerts zwischen Gefahrenstufe 3 und 4, wie es weiter heisst. Für den Murtensee gilt weiterhin erhebliche Hochwassergefahr (Stufe 3). (abi)

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