Umfrage
Genfer Medizinstudentinnen leiden unter sexueller Belästigung

Sexuelle Belästigung, dumme Sprüche und anzügliche Blicke: Frauen leiden noch immer bei Praktikas in Spitälern. Eine Sensibilisierungskampagne in Genf soll Abhilfe schaffen.

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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz soll in Genf kein Thema mehr sein, dafür setzen sich auch die Spitäler ein.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz soll in Genf kein Thema mehr sein, dafür setzen sich auch die Spitäler ein.

Keystone

(keg) Ein Praktikum bei angehenden Medizinerinnen in Spitälern ist anstrengend nicht zuletzt auch darum, weil sexuelle Belästigung an diesen Orten offenbar immer noch aktuell ist. In Genf ist dieses Thema besonders brisant. Darum befragten Medizinstudentinnen letztes Jahr eine grosse Zahl von Praktikantinnen und veröffentlichten am Montag in einer Mitteilung das Resultat.

36 Personen erzählten bei der Umfrage von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. «Obwohl die Mehrheit der belästigten Personen Frauen sind, werden auch Männer nicht verschont», so Camille Bleeker, eine Studentin, die die Studie mitverfasst hat. Zum Beispiel fragte eine Studentin den Chirurgen, ob sie einen Operations-Kittel ausziehen dürfe. Dieser meinte, sie könne sich auch ganz ausziehen. Solche Aussagen sollen nun endlich aus der Spitalwelt verschwinden.

Eine Aufklärungskampagne der Universität Genf und der Genfer Universitätskliniken soll - gestützt auf diese Umfrage - für mehr Sensibilisierung sorgen. Mit Plakaten, auf denen die Gefühle der Opfer dargestellt werden, will man auf die Problematik aufmerksam machen. «Wir wollen das Schweigen brechen und Zeugen ermutigen, zur Unterstützung der Opfer einzugreifen. Täter sollen daran erinnert werden, was sie anrichten können,» wird Camille Bleeker in der Mitteilung zitiert. Es sei in der gemeinsamen Verantwortung, der sexuellen Belästigung im Spital endlich ein Ende zu setzen, heisst es weiter.

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