Todesfall
Bundesrätin Sommaruga trauert um ihre Mutter

Marie-Thérèse Sommaruga, die Mutter von Bundesrätin Simonetta Sommaruga, ist gestorben. Sie wurde 88 Jahre alt. Ihren Lebensabend verbrachte sie in Goldau.

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Bundesrätin Simonetta Sommarugas Mutter Marie-Thérèse Sommaruga-Keel ist 88-jährig verstorben.

Bundesrätin Simonetta Sommarugas Mutter Marie-Thérèse Sommaruga-Keel ist 88-jährig verstorben.

Keystone

Bundesrätin Simonetta Sommaruga trauert um ihre Mutter. Marie-Thérèse Sommaruga-Keel verstarb am 19. August. Sie sei nach langer Krankheit friedlich eingeschlafen, heisst es in der am Donnerstag veröffentlichten Todesanzeige im «Bote der Urschweiz». Sie wurde 88 Jahre alt und lebte zuletzt in Goldau (SZ).

Ihr Tod erfülle die Familie mit Schmerz und Trauer, sie verliere einen liebevollen Menschen, teilte Sommarugas Departement mit. «Die Angehörigen konnten ihr in der Zeit vor ihrem Tod beistehen und von ihr Abschied nehmen.»

Stolz auf die Mutter

Tochter Simonetta hatte jüngst im Zusammenhang mit dem Jubiläum zur Einführung des Frauenstimm- und Wahlrechts mit der «Annabelle» über ihre Mutter gesprochen. Diese sei damals, 1971, zwar «keine Revolutionärin» gewesen, «die an vorderster Front fürs Frauenstimmrecht gekämpft hätte». Aber sie erinnere sich «gut daran, wie sie das erste Mal im Gemeindehaus wählen ging – sonst war immer nur mein Vater dort drin verschwunden, und wir Kinder warteten draussen und wunderten uns, was er da wohl machte. Und dann ist sie zusammen mit dem Vater dort hineingegangen. Da war ich einfach nur stolz», so die Bundesrätin. Ihre Eltern beschreibt die Berner SP-Politikerin als «wertkonservativ».

Die gebürtige Einsiedlerin war mit Marco Sommaruga, einem ehemaligen Werkleiter der Lonza, verheiratet. Tochter Simonetta kam in Zug zur Welt; die Familie lebte beispielsweise zweitweise auch in Sins (AG). Marie-Thérèse Sommaruga verbrachte ihren Lebensabend im Altersheim.

Von eigener Coronapolitik getroffen

Tochter Sommaruga war vergangenes Jahr Bundespräsidentin und musste unter anderem über so schwierige Sachen wie Besuchsverbote in Altersheimen entscheiden. Dabei hätten sich ihre eigenen Entscheide privat auch selber getroffen: «Ich versuche, ihr auch jetzt nahe zu sein. Ich schreibe öfters, ich rufe mehr an. Und einmal habe ich ihr etwas auf dem Klavier am Telefon vorgespielt. Und wenn es die Umstände erlauben, besuche ich sie. Ich hoffe, meine Mutter spürt, dass ich an sie denke», sagte Simonetta Sommaruga dem «Berner Bär».

«Nicht müde werden, sondern dem Wunder, leise, wie einem Vogel, die Hand hinhalten», ziert ein Gedicht von der deutschen Lyrikerin Hilde Domin die Todesanzeige. Die Abschiedsfeier finde im engsten Familienkreis statt. (chm)

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