Rhein
29-jährige Taucherin: Missverständnis führte zu tödlicher Kollision mit Kursschiff

Die Taucherin, die an Ostern tot aus dem Rhein geborgen wurde, kollidierte wegen eines Missverständnisses zwischen dem Veranstalter und der zuständigen Schifffahrtsgesellschaft mit einem Kursschiff.

Samuel Thomi
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Bei der gross angelegten Suchaktion nach der vermissten Taucherin am Sonntag waren auch Boote und ein Helikopter im Einsatz gestanden.

Bei der gross angelegten Suchaktion nach der vermissten Taucherin am Sonntag waren auch Boote und ein Helikopter im Einsatz gestanden.

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Nach Durchführung diverser Beweiserhebungen durch die Kantonspolizei Thurgau geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass ein Missverständnis zwischen dem Veranstalter und der Schifffahrtsgesellschaft zum tragischen Tauchunfall führte. Wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, war der Veranstalter im Besitz der nötigen Bewilligung für Tauchgänge im Rhein. Er habe sich laut bisherigen Kenntnissen im Vorfeld auch bei der Schifffahrtsgesellschaft nach dem geplanten Kursschiffverkehr erkundigt.

«Aufgrund eines Missverständnisses im E-Mail-Verkehr zwischen dem Veranstalter und der Schifffahrtsgesellschaft» sei der Veranstalter jedoch irrtümlich davon ausgegangen, dass am Ostersonntag im Zeitraum des Tauchgangs kein Kursschiff verkehre. Zudem habe der Veranstalter keine vorgeschriebene Taucherflagge an der Ein- und Ausstiegsstelle platziert, schreibt die Staatsanwaltschaft.

Staatsanwaltschaft plant Anklage wegen fahrlässiger Tötung

Gestützt auf diese Erkenntnisse hat die Staatsanwaltschaft gegen den Geschäftsführer des Veranstalters eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Allerdings läuft die Strafuntersuchung noch. Und es gelte die Unschuldsvermutung, schreibt die Staatsanwaltschaft. Ziel sei es jedoch, den tragischen Unfalltod nach Abschluss der Untersuchungen vor das Bezirksgericht Frauenfeld zu bringen.

Am Ostersonntag, kurz vor 10.30 Uhr, war eine Taucherin im Rhein bei Diessenhofen auf der Höhe der Wiffe 74 als vermisst gemeldet worden. Die Schweizerin war Teil einer Gruppe von Taucherinnen und Tauchern. Nach einer gross angelegten Suchaktion von Einsatzkräften aus der Schweiz und aus Deutschland konnte die Frau kurz nach 11.15 Uhr bei der Rheinbrücke allerdings nur noch tot geborgen werden. Nebst Schiffen stand bei der Suche vom Ostersonntag auch ein Helikopter im Einsatz.

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